„Darker Than Black“ bei open music: Im Zeichen des Schattens
Ein ungewöhnliches Ensemble widmete sich im Grazer MUWA der Melancholie und anderen dunklen Gefühlsgestalten.

Mit dem Programm „Darker Than Black“ setzen Sopranistin Lore Binon, Eva Reiter an der Viola da Gamba und Tom Pauwels, bemerkenswerterweise an der E-Gitarre, auf Kontraste und Wechselwirkungen zwischen aktueller Musik und kurzen Stücken aus dem England Elisabeths I. Nicht fehlen durfte da Lautenist und Komponist John Dowland, der sich ja mit spezieller Hingabe dem Melancholischen widmete und dessen Todestag sich heuer zum 400. Mal jährt.
Neben Arbeiten des Meisterlautenisten waren auch solche von Tobias Hume, Thomas Campion und Stephen Goodall zu hören und vermochten einmal mehr, selbst nach Jahrhunderten, zu bewegen. Stücke von Jürg Frey, Arthur Lavandier, Wolfgang Mitterer, Bernhard Gander, Francesco Filidei, Burkhard Stangl und Eva Reiter selbst sorgten für verschiedene Blickwinkel aus Gegenwart und jüngerer Vergangenheit, von zart bis zu dramatischem Zupacken und tiefschwarzer Groteske. Die Interpretationen gefielen, etwa durch gelungene Klangmischungen aus Sopran und dem historischen und dem elektrischen Instrument, wobei Pauwels‘ Gitarre, gerade wenn mit klassisch orientierter Technik und clean gespielt, positiv überraschen konnte.