Zehn schlagende Spenderherzen: Eine Wanderung, die Mut spendet
Kürzlich trafen sich zehn Menschen, die mit einem Spenderherz leben, mit einem Teil des Herztransplantationsteams des LKH-Uniklinikums Graz. Sie legten gemeinsam zehn Kilometer zurück.

Auf den ersten Blick hat die Wandergruppe, die kürzlich in der Klause bei Deutschlandsberg unterwegs war, keine Besonderheit, unterscheidet sich nicht von anderen. Hört man aber genauer hin, ändert sich das schnell.
Denn von den 22 Wandernden leben zehn mit einem transplantierten Herzen. Gemeinsam mit ihnen wanderten Angehörige sowie Mitglieder des Herztransplantationsteams des LKH-Universitätsklinikums Graz.
Ein persönlicher Meilenstein
Die zurückgelegte Strecke kann sich mit zehn gemeinsam gewanderten Kilometern jedenfalls sehen lassen. Für Dubravko Bilbija aus Weiz wäre diese Strecke vor gut einem Jahr noch undenkbar gewesen. Damals konnte er sich kaum noch bewegen, musste mehrmals wegen seiner Herzschwäche ins Krankenhaus.
Am 25. August 2025 bekam er schließlich sein Spenderherz. Seine Frau Snjezana, die bei der Wanderung neben ihm spaziert, war damals bei ihm, weiß, wie sehr die Krankheit ihren gemeinsamen Alltag eingeschränkt hat. „Er ist wie ein neuer Mensch“, erzählt sie.

Als die Einladung zur Wanderung kam, war noch nicht sicher, ob Bilbija die Strecke bis zur Fischerhütte schon schafft. Heute ist die Antwort ein klares „Ja“ und die Strecke sein ganz persönlicher Meilenstein. Während der Wanderung hielt Herzchirurg Sami Mouritane ihn besonders im Auge. Bilbija ging sein eigenes Tempo, legte mehrere Pausen ein und meisterte den Weg.
Heuer bereits 14 Herzen transplantiert
Sein Meilenstein ist auch für den Leiter der Klinischen Abteilung für Herzchirurgie am LKH-Universitätsklinikum Graz, Martin Andreas, ein besonderer Erfolg. Er selbst hat ihm das Herz transplantiert. „Allein 2026 konnten wir am Uniklinikum Graz bereits 14 Herzen transplantieren“, sagt er.

Die Idee für die Wanderung ist im Team des Herztransplantationsteams entstanden, ausgehend von Cristina Ciurca, die viele der Patientinnen und Patienten seit Jahren begleitet. Das Ziel: Zu zeigen, wie wichtig Bewegung nach einer Herztransplantation ist. Die gemeinsame Wanderung schaffte aber nicht nur gemeinsame Bewegung, sondern auch einen Ort für den Austausch.
So ging es am Weg und in der Hütte in den Gesprächen vor allem um den Alltag und Sorgen, die die Wanderenden verbinden. „Viele haben mir danach erzählt, wie gut es ihnen getan hat, andere Herztransplantierte zu treffen“, berichtet Ciurca.
Weiteres Treffen noch vor Weihnachten
Für Bilbija war die Wanderung ein Meilenstein, viele der anderen haben ihre persönlichen Meilensteine schon davor gesammelt. Einer der Teilnehmenden lebt etwa bereits seit fast 20 Jahren mit einem Spenderherz und hat bei internationalen Sportwettbewerben zahlreiche Medaillen gewonnen.
Eine andere erhielt ihr Spenderherz bereits mit 14 Jahren und arbeitet heute selbst am LKH-Universitätsklinikum Graz. So vielfältig ihre Geschichten auch sind: In einer Sache sind sie sich einig. Sie möchten sich noch vor Weihnachten wieder treffen.