Flughafen Graz: Verkauf oder Nichtverkauf, das ist hier die Frage
Wird der Flughafen Graz jetzt verkauft oder nicht? Die Klarstellung von Holding-Vorstand Perz hat intern für mehr Verwirrung gesorgt. Die Frage ist: Wie definiert man „Verkauf“?

„Der Flughafen Graz steht nicht zum Verkauf.“ Mit diesem Satz versuchte am Dienstag Holding-Vorstand Mark Perz Klarheit zu schaffen – sorgte aber im Rat- und Landhaus eher für Verwirrung. Schließlich laufen zwischen den beiden Häusern seit gut zwei Jahren Gespräche über eine Beteiligung des Landes am Flughafen, der zum Gutteil der Stadt gehört. Genauer: zu 93 Prozent der Holding. Sechs Prozent gehören der Messe-Congressgesellschaft MCG (die wiederum zu 80 Prozent der Stadt gehört) und 0,094 Prozent gehören der Gesellschaft für Strategische Unternehmensbeteiligungen, die unter anderem auch an der Schöckl-Seilbahn mit 1,0005 Prozent beteiligt ist.
„Als Land Steiermark haben wir die Verantwortung, den Flughafen nach vorne zu bringen“, sagte heuer im Frühjahr Finanzlandesrat Willibald Ehrenhöfer (ÖVP). Und das gilt nach wie vor. Auch Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) steht diesen standortpolitischen Überlegungen offen gegenüber, mehr noch: „Jemand, der in Sachen Passagiere oder Fracht etwas beitragen kann“, wäre als dritter Partner willkommen.
Sag niemals „Verkauf“ – sondern „strategische Beteiligung“
Genau vor diesem Hintergrund ist ja mit Jahresanfang auch ein Aufsichtsrat für den Flughafen installiert worden, mit dem langjährigen Holding-Boss und Flieger Wolfgang Malik an der Spitze. Der Aufsichtsrat ist das Gremium, in dem sich mögliche neue Eigentümer personell rasch wiederfinden können.
Die Frage ist: Wie definiert man das Wort „Verkauf“? Tatsächlich spricht niemand hinter den Kulissen von einem Verkauf, sondern von „strategischen Beteiligungen zur Stärkung des Flughafens“. Als Vorbild wird dabei unter anderem der Ankünder genannt. Beim stadteigenen Werbeunternehmen holte man vor vielen Jahren Gewista – und damit JCDecaux – an Bord. Nur so konnte man einen enormen Wachstumskurs fahren und zum großen Gewinnbringer innerhalb der Holding werden.
Der Flughafen als Cashcow für die Stadt – aber wie lange noch?
Das war bislang auch der Flughafen. 2025 fiel das EBITDA mit 7,1 Millionen sehr positiv aus. Die Gewinne sollen auch heuer „deutlich“ ausfallen, allerdings wohl niedriger als zuletzt, auch weil die Passagierzahlen leicht zurückgehen – deutlich weniger als bei anderen Flughäfen in Österreich. Um auch in der Mittelfristplanung schwarze Zahlen schreiben zu können, „haben wir kostenseitig gegengesteuert“, sagt Wolfgang Grimus zur Kleinen Zeitung, der mit Jürgen Löschnig am Flughafen die Geschäfte führt.