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„Lippenstift lässt mein Hirn nicht schrumpfen“: Vom Hass zum Hit

Ein Hasskommentar zu ihrem Lippenstift wurde für Tijen Onaran zum Geschäftserfolg. In Velden erklärte sie, warum Sichtbarkeit nichts mit Lautstärke zu tun hat.

© Markus Traussnig
Volles Haus beim FrauenWirtschaftsForum 2026 im Casino Velden: Die Unternehmerin Tijen Onaran hielt die Keynote
Winnie-Christine Faust

Wer im Wirtschaftsleben etwas bewegen will, braucht nicht unbedingt die lauteste Stimme. Aber den Mut, die eigene zu erheben. Unter dem Motto „Be a voice, not an echo“ trafen sich beim FrauenWirtschaftsForum 2026 am Donnerstagabend mehr als 200 Unternehmerinnen und Führungskräfte im Casino Velden. Das von Frau in der Wirtschaft Kärnten, den Raiffeisenbanken und der Kleinen Zeitung organisierte Großevent fand heuer zum 21. Mal statt.

Gastgeberin Astrid Legner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Kärnten und Landesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft, sprach über Herausforderungen wie steigende Kosten, Digitalisierung, Bürokratie und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. In Kärnten gebe es rund 19.000 Unternehmerinnen. Umso wichtiger sei es, einander zu unterstützen und Erfahrungen zu teilen. Durch den Abend führte Moderatorin Martina Klementin.

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Bitte klicken Sie sich durch die Bilder!
Bitte klicken Sie sich durch die Bilder! © Markus Traussnig

Prominente Gäste

Unter den Gästen waren Astrid Brunner, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Kärnten, Casinodirektorin Marion Roseneder, Gabriele Lechner, Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Steiermark. Weiters Uta Kogler-Maier, Risikovorständin der Raiffeisen Landesbank Kärnten, deren Vorstandssprecher Manfred Wilhelmer sowie Christina Traar, Chefredakteurin der Kleinen Zeitung Wien, Wolfgang Fercher, Chefredakteur für Kärnten und Osttirol, und Christopher Weiss, Geschäftsleiter der Kleinen Zeitung Kärnten.

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Kleine Zeitung Wien-Chefredakteurin Christina Traar und RLB-Kärnten-Vorstandssprecher Manfred Wilhelmer

Bereits vor dem Bühnenprogramm wurde im Foyer eifrig diskutiert. Beim „Macherinnen-Speed-Dating“ lernten sich die Unternehmerinnen in kurzen Gesprächsrunden kennen und knüpften Kontakte für mögliche Kooperationen. Wilhelmer betonte, dass Netzwerke neue Ideen und Geschäfte entstehen lassen und so das Unternehmertum in Kärnten stärken könnten.

Mut ist ein super Accessoire

Keynote-Speakerin Tijen Onaran, Unternehmerin, Investorin und Autorin, ermutigte Frauen, sich nicht kleiner zu machen, als sie sind. „Die Lautstärke sagt nichts über die Sichtbarkeit aus“, lautete eine ihrer zentralen Botschaften. Entscheidend sei, die eigene Expertise zu kennen, für sie einzustehen und Chancen aktiv zu ergreifen.

Wie aus einem gehässigen Kommentar ein Geschäftserfolg werden kann, zeigte Onaran mit der Geschichte von „Dieter“, der ihren roten Lippenstift auf LinkedIn infrage stellte. Ihre humorvolle Reaktion – „Lippenstift lässt mein Hirn nicht schrumpfen“ – ging viral. Wenig später fragte der Kosmetikkonzern Douglas an, ob sie einen eigenen Lippenstift zum Weltfrauentag kreieren wolle. Dieser war innerhalb von 36 Stunden ausverkauft.

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Moderatorin Martina Klementin, die steirische WK-Vizepräsidentin Gabriele Lechner und ihr Kärntner Pendant Astrid Legner

Onarans Vater habe ihr früh vermittelt, an sich selbst zu glauben und sich nicht von den Meinungen anderer abhängig zu machen. Ihr Rat: den eigenen Wert kennen und den Mut haben, Forderungen zu stellen. Denn wer nicht frage, habe bereits ein Nein kassiert.

Schluss mit Schubladendenken

Auch Christina Traar, Chefredakteurin der Kleinen Zeitung, sprach darüber, wie Frauen sich in einer nach wie vor männlich geprägten Berufswelt behaupten. Gerade Interviews mit Politikern seien für sie eine gute Schule gewesen. Dabei habe sie erlebt, wie Frauen unterschätzt und vorschnell in Schubladen gesteckt werden. Zu Beginn ihrer Laufbahn sei sie mitunter als „liabes Dirndl aus Kärnten“ wahrgenommen worden. Traars Schlussfolgerung: „Dann sehen sie dich nicht kommen.“

Frauen in Führungspositionen seien wichtig, betonte Traar, aber noch immer nicht selbstverständlich. Umso wichtiger sei es, Frauen sichtbarer zu machen und ihre Leistungen stärker in den Vordergrund zu rücken.

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Für einen musikalischen Höhepunkt sorgten die Schick Sisters Katharina, Christine und Veronika

Musik voller Freiheit und Lebensfreude

Für einen musikalischen Höhepunkt sorgten die Schick Sisters. Katharina, Christine und Veronika Schick begeisterten mit fulminantem Zusammenspiel, elektrisierender Bühnenpräsenz und humorvollen wie kraftvollen Botschaften. Ihr Auftritt vermittelte Freiheit und Lebensfreude.

Die drei Schwestern erzählten auch von ihren Erfahrungen auf Bühnen, auf denen sie über Jahre mitunter als „Frauenquote“ wahrgenommen wurden. Ihre Botschaft: Es brauche den Mut, Konventionen infrage zu stellen – und Menschen, die einander stärken, statt sich gegenseitig kleinzuhalten.

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Keynote-Speakerin Tijen Onaran, Unternehmerin, Investorin und Autorin, ermutigte Frauen, sich nicht kleiner zu machen, als sie sind

Vernetzung endet nicht an Landesgrenzen

Dass Vernetzung nicht an Landesgrenzen endet, zeigten die Gäste aus der Steiermark und Südtirol. Gabriele Lechner betonte die Bedeutung der Area Süd, um die Zusammenarbeit und Vernetzung von Unternehmerinnen im Süden Österreichs zu stärken. Auch aus Südtirol war unter anderem Monica Devilli, Präsidentin des Coopbund Alto Adige, zu Gast. Die nächste Wirtschaftsmission von Frau in der Wirtschaft Kärnten soll von 8. bis 10. April 2027 nach Bozen führen.