Die Tour de France 2027 hat für Felix Gall mehrere Haken
Keine guten Nachrichten für Felix Gall: Die nächstjährige Tour serviert weniger Hochgebirgsetappen, dafür aber gleich zwei Zeitfahr-Etappen.
Die 114. Tour de France startet am 2. Juli 2027 im schottischen Edinburgh und führt über 3.479 km und 53.450 Höhenmeter nach Paris, wo es am 25. Juli wieder das Montmartre-Spektakel geben wird. Bei der fast zweistündigen Streckenpräsentation am Donnerstag in Paris wurde auch bekannt, dass es diesmal gleich zwei Zeitfahren über 38 und 33 Kilometer gibt, wohl nicht zur Freude von Österreichs Radstar Felix Gall. Der Osttiroler hat sich für 2027 vorerst noch nicht festgelegt.
Es ist der fünfte Abstecher der Tour de France nach England, aber erstmals wird auch schottischer Boden berührt. Edinburgh ist zugleich auch der nördlichste „Grand Depart“ der Geschichte der wichtigsten Rad-Rundfahrt der Welt. Zu absolvieren sind 28 Anstiege der ersten Kategorie, sechs Bergetappen, drei Bergankünfte und mit insgesamt 71 km Einzelzeitfahren (7. und 16. Teilstück) so viele Zeitfahr-Kilometer wie zuletzt 2012 bei der „Großen Schleife“. Zudem gibt es sieben Flachetappen sowie sechs hügelige Abschnitte. Die Königsetappe ist die 18. am 22. Juli in den Pyrenäen von Pau über 174 km nach Saint-Lary-Soulan mit nicht weniger als 5.400 Höhenmetern. Doch Zeitfahr- und Sprintspezialisten können sich schon vorher im Gesamtklassement positionieren.
Tour nicht „gegen“ Pogacar konzipiert
Der fünffache Gesamtsieger Tadej Pogačar hätte sich sicher eine schwierigere Strecke gewünscht. Zudem steht die erste Bergetappe erst im neunten Teilstück auf dem Programm. Tour-Direktor Christian Prudhomme hat Vorwürfe dementiert, dass die Strecke im kommenden Jahr sozusagen gegen Pogacar entworfen wurde, um das Rennen zumindest länger offenzuhalten. Und eventuell Frankreichs Jungstar Paul Seixas oder Zeitfahrausnahmekönner Remco Evenepoel helfen soll. Stichwort: Weniger Etappen in den Hochalpen, mehr Zeitfahren. „Wir entwerfen niemals eine Strecke gegen einen Fahrer. Wir können eine Strecke für einen gewissen Fahrertypen entwerfen, aber nicht für einen speziellen.“ Zudem sei Pogacar auf jedem Terrain sehr stark, nicht nur bei Anstiegen.
Gall hat sich für 2027 noch nicht festgelegt
Ob Gall nach einem Jahr Pause und dem Wechsel zu Lidl-Trek 2027 seine vierte Tour bestreiten wird, hat der „Sportler des Jahres“ noch nicht entschieden. Da allerdings schon seit Längerem das Gerücht kursiert, dass die 20. und vorletzte Etappe des Giro d'Italia im kommenden Jahr von Lienz auf den Monte Zoncolan führt, also der unmittelbaren Heimat des Osttirolers, könnte dies ein entscheidender Faktor sein. Offiziell wird die Giro-Strecke am 3. November präsentiert. Heuer war Gall bei der Italien-Rundfahrt Zweiter.
Die Tour de Femmes beginnt fünf Tage nach dem Ende des Männer-Rennens in Leeds und endet nach 1.156 Kilometern am 7. August am Puy de Dome.