Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Jüngster Sender der ORF-Flotte wird 15

Für das Jubiläum von ORF III wurde u. a. eine „Club 2“-Neuauflage produziert. Ab 2027 dürfte der designierte Boss Clemens Pig einige Änderungen beim Spartensender vornehmen.

© ORF
Lou Lorenz Dittlbacher blickt zurück auf 50 Jahre „Club 2“ und steckt sich zum Spaß eine Zigarette an: Damals in den 1970ern und 1980ern wurde im TV-Studio geraucht
Christian Ude
Redakteur Kultur & Medien

Zum 15-jährigen Jubiläum lädt der Spartensender von 24. bis 26. Oktober unter dem Slogan „III Tage ORF III“ zu einer Programmreise durch die 15 Jahre ein. Nachdem Clemens Pig als designierter Generaldirektor gerade im Wiener Salon der Kleinen Zeitung erklärt hat, dass „ORF III weiterbestehen, wenn auch anders produziert“ werde, steht dem nächsten Jubiläum also nichts im Weg. Wobei das Budget für eine Doku von ORF III (etwa für eine Reihe wie „Heimat Österreich“, „Landleben“ oder „Erbe Österreich“) mit rund 45.000 Euro ohnehin weit unter den Kosten eines 45-Minüters für ORF 2 liegt. Wobei Pig auch jenen untragbaren Umstand meinen könnte, dass von Unternehmen und Organisationen mitfinanzierte Produktionen als Dokumentationsfilme ausgestrahlt wurden.

Als Jahresbudget für ORF III werden rund 30 Millionen Euro kolportiert, wovon 15 Millionen Euro jährlich fürs Programm bereitstanden, die aber ab 2027 auf sieben Millionen reduziert werden sollen. Oder es werden Struktur und Organisation des Senders ohnehin neu aufgesetzt, wie kürzlich Ingrid Thurnher intern angedeutet haben soll.

Als am Nationalfeiertag 2011 der damalige Generaldirektor Alexander Wrabetz den Sender aus der Taufe hob, wurden als die vier Programmsäulen „Lebens- und Volkskultur, Zeitgeschichte, Information sowie Kunst und Kultur“ genannt. Der Marktanteil hat sich in den letzten Jahren bei 2,7 Prozent eingependelt. Zum Vergleich: ServusTV kam 2025 auf 4,7 Prozent. Wobei tägliche Quoten von der Marktforschung nicht ausgewiesen werden, aber auch kein Geheimnis sind. So erreichte etwa das Kabarett „Klaus Eckel: Die besten Momente“ mit knapp 300.000 Zuschauern einen der besten Werte. „Heimat Österreich“ etwa hat rund 175.000 Stammseher.

Der Vormittag als aktuelle Info-Strecke

Zudem hat der ORF mit dem dritten Programm eine Plattform für längere Informationsstrecken mit Analyseformaten („ORF III Aktuell“ von 9.30 bis 13 Uhr) und Live-Übertragungen von Pressekonferenzen. Brennt es in der Politik, kann eine Sondersendung wie „Aus für Koalitionsverhandlungen“ auf ORF III (Jänner 2025) rund 202.000 Seher anlocken und den Marktanteil auf neun Prozent erhöhen.

© ORF
Die legendäre Couch schrieb damit Fernsehgeschichte: Sie wurde für eine Zeitreise wieder ins TV-Studio gestellt. Florian Scheuba, Chris Lohner, Lou Lorenz-Dittlbacher, Barbara Rett und Peter Huemer nahmen darauf Platz

Jetzt wird aber erst einmal gefeiert – etwa mit „50 Jahre ‚Club 2‘ – Die legendäre Couch“ am 24. Oktober um 21.55 Uhr. Heute unvorstellbar: das Gesprächsformat hatte mitunter unbegrenzte Sendezeit, daher wurde oft bis nach Mitternacht gestritten. Und im TV-Studio geraucht. Chefredakteurin Lou Lorenz-Dittlbacher schlüpfte für diese Zeitreise in die Rolle der Gastgeberin und bat Chris Lohner, Barbara Rett, Florian Scheuba und Peter Huemer auf die mittlerweile legendhafte Couch, die 1976 zum ersten Mal Austragungsort für die Kontroversen war und bis 1995 Schauplatz einer der populärsten ORF-Sendungen war.

© ORF
Kultur-Lady Barbara Rett

Barbara Rett stellte anlässlich des Senderjubiläums das Best-of „Erlebnis Bühne – Unsere schönsten Momente“ zusammen (25. Oktober, 20.15 Uhr). Für den Hauptabend am 24. Oktober wurde der Zweiteiler „Österreich, deine Generationen“ produziert, wo Prominente wie Franz Klammer und Andreas Vitasek den Zuschauer an ihrer Lebenswelt als Kinder und Jugendliche teilhaben lassen.

© ORF/Schennach
Chris Lohner ist nicht nur im „Club 2“, sondern auch in „Österreich, deine Generationen – Die Babyboomer“ zu sehen