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Zinshaus ohne Bewilligung: Kärntner Immobilienfirma ist pleite

Im Frühjahr 2025 kaufte die junge Immobilienfirma zwei Zinshäuser. Ein Schreiben des Magistrats Klagenfurt im April 2026 löste dann die finanziellen Probleme aus.

© IMAGO/Michael Bihlmayer
Die Schließung und die geordnete Liquidation des Unternehmens wird angestrebt

Der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) gab bekannt, dass über das Vermögen der Latschen Real Estate GmbH mit Sitz am Latschenweg 3A in Bad Kleinkirchheim ein Insolvenzverfahren am Landesgericht Klagenfurt eröffnet wurde. Es handelt sich um ein Konkursverfahren.

Laut Antrag belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 1,203 Millionen Euro. Betroffen sind etwa 15 Gläubiger und keine Dienstnehmer.

Liquidation statt Sanierung

Der Betrieb ist derzeit noch geöffnet. Angestrebt werden laut Antrag jedoch die Schließung und die geordnete Liquidation des Unternehmens. Die Schuldnerin plant nicht, einen Sanierungsplan zu beantragen.

Die GmbH wurde im Jahr 2024 gegründet. Sie vermietet und verpachtet Immobilien, übernimmt Hausbesorgertätigkeiten und erbringt Dienstleistungen im Bereich Tourismus. Geschäftsführer und alleiniger Gesellschafter ist Lukas Latschen.

Behördenschreiben als Auslöser

Als Ursachen werden im Antrag mehrere Faktoren genannt. Im ersten Jahr nach der Gründung habe das Unternehmen noch nicht kostendeckend geführt werden können, das Jahr 2024 schloss es negativ ab. Laut Antrag sei das für ein junges, fremdfinanziertes Unternehmen in der Anlaufphase nicht unüblich.

Im Frühjahr 2025 erwarb die Schuldnerin Zinshäuser in Welzenegg und St. Peter bei Ebenthal. Die finanziellen Turbulenzen begannen laut Antrag im April 2026 mit einem Schreiben des Magistrats Klagenfurt. Darin wurde für das Zinshaus in Welzenegg die teilweise „konsenslose Errichtung“ von Wohneinheiten/Zimmern festgestellt. Dieser Umstand sei laut eigenen Angaben für die Schuldnerin „völlig unvorhersehbar“ gewesen. Danach war eine Neuvermietung des Objekts nicht mehr möglich, und es ließ sich nicht mehr rentabel betreiben.

Höhe der Überschuldung unbekannt

Verminderten Mieterträgen standen der volle Kapitaldienst der Objektfinanzierung sowie die Bewirtschaftungskosten gegenüber. Damit entstand eine laufende Unterdeckung bei jenem Objekt, das den Schwerpunkt des Portfolios bildet. Die hohen bestehenden Verbindlichkeiten konnten in der Folge nicht mehr bedient werden.

Aktiva sind in Form von Liegenschaftsvermögen gegeben, die jedoch vorerst geschätzt werden müssen. Die Überschuldung kann daher derzeit nicht bekannt gegeben werden, so der AKV. Forderungen können ab sofort über den AKV angemeldet werden. Zum Insolvenzverwalter wurde Michael Pontasch-Müller bestellt.