Grazer Fußball-Derby brachte 133 Anzeigen sowie alte und neue Erkenntnisse
Die Ermittlungen der Polizei laufen, es sind 230 Gigabyte an Daten auszuwerten. Weitere bauliche Maßnahmen im Stadion sind wohl unumgänglich.
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Das gilt für Sportvereine ebenso wie für die Polizei, die vor allem rund um Fußballspiele immer wieder gefordert ist. Die Exekutive ist sowohl bei nationalen als auch bei internationalen Spielen im Einsatz.
Der Zwischenbericht der Polizei vom Grazer Derby vom 18. Oktober weist 133 Anzeigen aus, drei verletzte (Knalltrauma) Polizisten und sechs beschädigte Dienstfahrzeuge. Die Ermittlungen sind längst nicht abgeschlossen, weil eine Datenmenge von 230 Gigabyte noch ausgewertet werden muss. Brigadier Thomas Heiland, Stadtpolizeikommandant von Graz, erklärte, dass es kein Patentrezept für Einsätze gibt und will festgehalten haben: „Die Polizei arbeitet niemals gegen Fans bzw. Ultras. Es werden Maßnahmen gegen gewaltbereite Personen gesetzt.“ Herkunft und Zugehörig ist egal, von der Exekutive wird allein das Verhalten bewertet.
Der Spielbeginn beim Derby stand an der Kippe, weil im Gästesektor Pyrotechnik in umfangreichem Ausmaß gesichtet worden war. Dass die Partie dennoch wie geplant angepfiffen wurde, lag an „den guten Gesprächen mit allen Beteiligten“, wie Frau Oberst Christine Krenn, Stellvertreterin des Stadtpolizeikommandanten und Einsatzleiterin beim Derby.
Es braucht bauliche Änderungen
Dass immer wieder viel Pyrotechnik in die Sektoren gebracht werden kann, liegt an mehreren Faktoren. Obwohl im und rund um das Stadion baulich schon einiges in Sachen Sicherheit gemacht wurde, sind weitere Maßnahmen wohl unumgänglich. Das sind alte und nun wieder neu entbrannte Erkenntnisse. Mannshohe Einlasskreuze sind bislang nur im Gästesektor installiert. Dass Utensilien rund um das Stadion in die Sektoren geworfen werden, ist Insidern längst ein Dorn im Auge. Bleiben bauliche Änderungen aus, ist obsolet, wie genau die Einlasskontrollen von den Mitarbeitern der Sicherheitsdienste gemacht werden.
Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Polizei immer die Verhältnismäßigkeit ihrer Maßnahmen in Echtzeit bewertet. Der Derby-Einsatz ist erst abgeschlossen, wenn alle Daten ausgewertet sind. Die Ausforschungsrate im Nachklang war in der jüngsten Vergangenheit sehr gut, wie man seitens der Polizei betont.