Rechnungshof empfiehlt höhere Stadion-Mieten für Sturm, GAK und 99ers
Neos wollen von Finanzstadtrat Eber (KPÖ) wissen, welche Schlüsse er aus den Empfehlungen des Rechnungshofes zieht. Und: Wie es mit dem Fußballstadionausbau weitergeht.

Es sind die schlichten Zahlen, die die Prüfer des Bundesrechnungshofes auflisten und die immense Kluft zwischen Einnahmen und Ausgaben deutlich machen. 2024 erzielte die stadteigene Stadion-Verwaltungs-GmbH einen Umsatz von 3,23 Millionen Euro und machte gleichzeitig ein Minus von 3,15 Millionen Euro. Also fast gleich viel Verlust wie Umsatz. Für die Prüfer Anlass, eine klare Empfehlung abzugeben: Die Stadt möge auf „weitgehend kostendeckende Mieteinnahmen“ hinarbeiten und „damit auch die intransparente Förderung von Sportvereinen unterbinden“.
Damit finden sich die drei großen sportlichen Aushängeschilder der Stadt – Sturm, GAK und 99ers – abermals im Zentrum der politischen Sparbudgetdebatte. Denn auch das Aus der Sponsortätigkeiten der Holding für diese drei fußt auf einer Empfehlung des Bundesrechnungshofes und hat für hitzige Reaktionen gesorgt. Auch deswegen, weil die Stadt die Öffentlichkeit vor den Vereinen darüber in Kenntnis gesetzt hatte.
Neos: „Nicht kostendeckende Vermietung über Jahrzehnte“
Zurück zum Stadion. Neos-Gemeinderat Alexis Pascuttini will nun im Gemeinderat wissen, welche Schlüsse Finanzstadtrat Manfred Eber (KPÖ) aus der Empfehlung des Rechnungshofes zieht. „Die nicht kostendeckende Vermietung über Jahrzehnte hat dazu geführt, dass eine Sanierung und ein Umbau nicht mehr finanzierbar sind“, so Pascuttini. Eber hat jedenfalls schon die Stadionverwaltung mit einer Prüfung beauftragt, heißt es aus seinem Büro. Ergebnisse daraus sind noch offen.
Was klar ist: Der Hauptverlustbringer ist nicht das Fußballstadion, sondern es sind das Sportzentrum Weinzödl und die Eishalle. Aus dem täglichen Betrieb ergibt sich daraus ein jährlicher Abgang von rund 1,65 Millionen Euro beim Sportzentrum Weinzödl und von rund 1,2 Millionen Euro bei der Eishalle; beim Fußballstadion sind es rund 500.000 Euro. „Bei der Eishalle fallen aber nur 20 Prozent auf die 99ers, der Rest ist Breitensport und Nachwuchs“, betont man bei Eber. Letzteres gelte auch für Weinzödl.
Fußballklubs zahlen derzeit 15.000 pro Spieltag, 99ers 4.000 Euro
Aktuell zahlen die Fußballvereine Sturm und GAK übrigens gut 15.000 Euro pro Spieltag an Miete, haben dabei aber keine Schankrechte. Preisliche Unterschiede zwischen Europacup und Liga-Alltag gibt es keine mehr. Die 99ers zahlen rund 4000 Euro pro Spieltag und haben Teileinnahmen aus dem Ausschank. Wollte man die Stadiongesellschaft kostendeckend führen, müsste man diese Beträge deutlich anheben.
Das ist aber, ehe endlich eine Entscheidung über den Ausbau des Fußballstadions gefallen ist, nicht realistisch. Auch dazu haben die Prüfer des Rechnungshofes übrigens eine Empfehlung an die Stadt Graz: „Sanierung des Fußballstadions auf Basis eines schlüssigen Finanzierungsplans durch die öffentliche Hand im unbedingt erforderlichen Ausmaß beziehungsweise mit privaten Geldern.“ Sprich: keine Großprojekte, sondern nur das Minimum. Und im Idealfall zahlen es die Vereine (mit).
Stadionausbau: Pacht- oder Baurechtfrage „derzeit zweitrangig“
Die große Lösung um 150 Millionen Euro haben alle Beteiligten ohnehin schon ad acta gelegt, jetzt geht es um einen Ausbau, der zwischen 60 und 70 Millionen Euro kosten soll. Die Frage, durch wen und wie das zu finanzieren ist, ist weiterhin offen. Aktuell laufen intensive Gespräche zwischen der Stadtverwaltung und den Vereinen, die sich fast wöchentlich treffen, um ein „tragfähiges Betriebskonzept“ zu erstellen. Es geht um die kaufmännische und rechtliche Basis dafür. „Und das muss auch in Zeiten funktionieren, wo es sportlich vielleicht nicht so läuft für die Vereine“, betont man seitens der Stadt mit Blick auf die unstete Vergangenheit beider Vereine.
Die Frage, ob die öffentliche Hand den Ausbau finanziert und die Vereine dann das Stadion inklusive aller Rechte pachten, oder die Stadt das Baurecht an die Vereine vergibt und diese dann den Ausbau selbst stemmen, sei „derzeit zweitrangig“, heißt es aus dem Rathaus. Und auch bei den Vereinen, die zuletzt stark auf die Baurecht-Variante gedrängt haben, ist man aktuell zurückhaltend mit einer Festlegung.