Italienische Ermittler zerschlagen Mafia-Schattenbank

Italienische Ermittler haben eine mutmaßliche Schattenbank der organisierten Kriminalität zerschlagen, über die Mafiagruppen Finanzgeschäfte abgewickelt haben sollen. Bei der von der Finanzpolizei in Mailand und Monza geleiteten Razzia wurden 30 Verdächtige festgenommen. Die Ermittlungen richten sich auch gegen mutmaßliche Mitglieder der kalabrischen Mafia 'Ndrangheta, der neapolitanischen Camorra und der Mafia aus der süditalienischen Provinz Foggia, hieß es am Mittwoch.
Nach Angaben der Ermittler wurden gefälschte Rechnungen über mehr als 110 Millionen Euro aufgedeckt. Zudem soll über Kryptowährungen international Geld in Höhe von 68 Millionen Euro gewaschen worden sein. Die Behörden haben die Beschlagnahmung von Vermögenswerten im Wert von mehr als 21 Millionen Euro angeordnet.
Die kriminelle Vereinigung soll neben Geldwäsche und Steuerbetrug auch in Insolvenzstraftaten, den Drogenhandel und Waffendelikte verwickelt sein. Mehr als 350 Sicherheitskräfte beteiligten sich an der Razzia am Mittwoch. Festnahmen und Durchsuchungen fanden auch in Spanien und der Schweiz statt. Die Ermittler beschlagnahmen unter anderem Bargeld, Bankguthaben, Kryptowährungen, Autos, Boote, Schmuck und Luxusuhren.