Ein Hauch von Alpenliga weht durch Liebenau
Erstmals seit den 1990er-Jahren gastiert heute (18.30 Uhr) ein Team aus Mailand in Graz. Die 99ers empfangen den HC Milano.
Manchmal geht es eben so richtig schnell. Im Februar dieses Jahres fanden die Eishockey-Bewerbe der Olympischen Winterspiele in der italienischen Metropole Mailand statt. Und für den damaligen Verbandspräsidenten Italiens war nach der Großveranstaltung klar: Die Mode-Hauptstadt braucht dauerhaft Eishockey auf hohem Niveau. 1924 wurde der HC Milano gegründet, 1979 aufgelöst. Bis dahin war man 15 Mal italienischer Meister. Anfang 2026 gab es Gerüchte um eine Rückkehr Mailands ins Spitzeneishockey, wenige Wochen später gab es grünes Licht für den HC Milano und einen Einstieg in die ICE Hockey League. Heute (18.30 Uhr) empfangen die Graz 99ers die Italiener in Liebenau und damit kommt erstmals seit der Alpenliga in den 1990er-Jahren wieder ein Mailänder Team zu einem Eishockeyspiel in die Steiermark. Nach zwölf absolvierten Spielen – die ersten acht wurden aufgrund der Fertigstellung der eigenen Spielstätte auswärts gespielt – liegt der neue Klub auf Rang sechs der Tabelle, drei Punkte vor den 99ers (die allerdings ein Spiel weniger ausgetragen haben). „Wie auch immer, wir sind das Heimteam. Wir werden mit sehr viel Energie spielen, haben zuletzt schon sehr viele gute Dinge gemacht“, sagt 99ers-Coach Dan Lacroix. Für die Steirer, denen bis auf Tim Harnisch, Maxime Lagacé und Lenz Moosbrugger alle Akteure zur Verfügung stehen sollten, ist klar: Mit Mailand kommt die geballte Erfahrung nach Liebenau. „Sie wissen aufgrund der Erfahrung ihrer Spieler sehr genau, wie man ein Spiel managed und gestaltet“, sagt Lacroix, den das neue Team freut: „Mailand ist eine großartige Stadt und ich glaube auch daran, dass es eine großartige Hockey-Stadt wird.“
Eine Hockey-Stadt, wie es Graz auch ist. Oder besser gesagt: Sein kann. Bisher kämpft man nämlich noch ein wenig um die Gunst der eigenen Fans, der Zuschauerschnitt liegt bis dato bei knapp 2500 Fans. Da geht mehr, das wurde in den vergangenen Spielzeiten eindrucksvoll unter Beweis gestellt.