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Trotz Kurz: Wien wird kein zweites Paris

Walter Hämmerle
Leiter Innenpolitik
© AFP/-
Das nach Krawallen zerstörte Rathaus von Limoges

Das ist einerseits schade und irgendwie auch ein Glück.

Wien darf nicht Paris werden oder Limoges! Wer würde da widersprechen? Anlässlich der jüngsten brutalen und zerstörerischen Ausschreitungen eines Mobs in Frankreichs Städten prognostiziert Sebastian Kurz Ähnliches demnächst auch für die friedlichen Metropolen Mitteleuropas wie Berlin, Wien und München, falls es zu keiner Kurskorrektur in Sachen Migration komme.

Der gerade erst 40-jährige ehemalige Kanzler und ÖVP-Chef Sebastian Kurz ist immer noch ein Politikprofi und weiß deshalb, wie seine Anhänger und Kritiker ticken. Ein einfacher Post auf Instagram zum richtigen Thema – in diesem Fall islamische Migration kombiniert mit Linksextremismus – und fertig ist der Stoff, aus dem Schlagzeilen gemacht werden.

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Der Vergleich ist schief

Zur Sache selbst: Der Vergleich von Kurz ist schief, weil zwischen Paris und Wien sowie München (Berlin ist ein anders gelagerter Fall, wenn man an die Randale zum 1. Mai denkt) Welten liegen; zugleich trifft er jedoch einen empfindlichen Nerv, der viele Menschen umtreibt. Tags darauf hat auch Kanzler Christian Stocker (ÖVP) ins selbe Horn geblasen.

Die Schlussfolgerungen liegen auf der Hand: Frankreich muss sich um seine gewaltigen Probleme kümmern, Österreich um seine. Als Kurz übrigens Kanzler war, kam es in Frankreich gleich zu mehreren gewalttätigen Protestwellen samt Straßenschlachten. Damals hat er keinen Kurswechsel in Österreich gefordert.