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„Ukraine wurde vor Raketenangriffen wieder nicht gewarnt“

Wolodymyr Selenskyj kritisiert, von den USA keine Informationen mehr über bevorstehende Attacken mit russischen Raketen zu erhalten. Putin will mit Trump und Xi über das Schicksal der Ukraine beraten.

© AFP/Kateryna Klochko
Fast jede Nacht schickt Russlands Drohnen und ballistische Raketen in Richtung Ukraine. Zuletzt starben am Montag drei Menschen

Der russische Raketenangriff traf die Menschen ohne Vorwarnung. Bei der Attacke in der Ukraine wurden in der Nacht zum Montag mindestens drei Menschen getötet. In mehr als einer halben Million Haushalten fiel der Strom aus. „Ein weiterer russischer Angriff mit ballistischen Raketen erfolgte in der Nacht in mehreren Wellen, und ​wieder gab es keine rechtzeitige Warnung von unseren Partnern“, kritisierte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf dem Kurznachrichtendienst Telegram. „Wenn Lieferungen von Raketen für die ​ukrainische Luftabwehr blockiert werden, während Russland Erleichterungen oder Verzögerungen bei den Sanktionen eingeräumt werden, ist das leider eine Realitätsverweigerung unserer Partner“, so Selenskyj.

Russlands Verteidigungsministerium sprach von einem „massiven Schlag“ gegen Rüstungsbetriebe, Drohnen- und Raketenlager und ein Rechenzentrum. Die Ukraine ist auf US-Geheimdienstinformationen angewiesen, um Starts ballistischer Raketen frühzeitig zu erkennen.

US-Präsident Donald Trump hat mit Kremlchef Wladimir Putin einen Deal geschlossen, um russischen Diesel zu bekommen und dafür Sanktionen gegen Moskau ausgesetzt. Zugleich erhöhte Trump den politischen Druck auf Selenskyj, dass er gegenüber Putin nachgeben solle. Die Ukraine kritisiert zudem, dass das amerikanische und von Elon Musk ins Leben gerufene Satellitennetzwerk Starlink nur mehr eingeschränkt funktioniere. Starlink ist wichtig für das ukrainische Militär.

Ukraine kritisiert Dreiergipfel

Putin versucht nun offenbar politisch zu nutzen, dass Trump ihm wieder mehr Gehör schenkt. So wurde ein mögliches Dreiertreffen zwischen dem Kremlchef, dem US-Präsidenten und Chinas Staatschef Xi Jinping am ​Rande des Apec-Gipfels im kommenden Monat im Kreml erörtert. Das bestätigte Putins Sprecher Dmitri Peskow am Montag. Er reagierte damit auf einen Bericht des „Wall Street Journal“, wonach der russische Präsident ein solches Treffen vorgeschlagen habe, um über ​ein Ende des Ukraine-Konflikts zu beraten.

„Da alle drei Staatschefs voraussichtlich an dem Gipfel in China teilnehmen werden, wurde das Thema eines solchen hypothetischen ​Treffens tatsächlich angesprochen“, sagte Peskow. Es seien jedoch von keiner Seite konkrete Vorschläge ​oder Vereinbarungen diskutiert oder vorgelegt worden – weder im Hinblick auf das Treffen selbst noch auf eine mögliche Tagesordnung oder dessen Inhalte.

Ein Gipfel Russland-China-USA würde Putin ermutigen, diesen Krieg fortzusetzen.

— Andrij Sybiha, Außenminister der Ukraine

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha kritisierte die Idee eines solchen Gipfels scharf. Ein Dreiertreffen zwischen den Staatschefs der Ukraine, der USA und Russlands könnte dazu beitragen, den Krieg ​schneller zu beenden, schrieb er auf der Plattform X. „Ein Gipfel im Format Russland-China-USA würde genau das Gegenteil bewirken: Es würde Putin ermutigen, diesen Krieg fortzusetzen.“

Kiew will Waffenruhe

Peskow erklärte, Russland begrüße die Vermittlungsbemühungen. „Natürlich ist eine endgültige Regelung ohne die Beteiligung einer Seite in Kiew, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, unmöglich“, sagte der Kreml-Sprecher. Putin hat in der Vergangenheit wiederholt klar gemacht, dass er einen Regierungswechsel in Kiew wolle. Die Positionen der Ukraine und Russlands hinsichtlich der Bedingungen für ein Friedensabkommen ​liegen nach wie vor weit auseinander. Die Ukraine zeigt sich bereit, nach einer Waffenruhe in politische Gespräche einzutreten. Das lehnte Russlands Führung aber bisher ​ab.