Umweltgütesiegel für zwei Alpenvereinshütten in Kärnten
Der Alpenverein hat neun Hütten für ihre besonders umweltfreundliche Bewirtschaftung mit dem Umweltgütesiegel ausgezeichnet – so viele wie noch nie in einem Jahr.

Seit mehr als 25 Jahren zeichnen die Alpenvereine Berghütten in Österreich, Deutschland und Südtirol mit dem Umweltgütesiegel aus, wenn sie besonders klimafreundlich, energieeffizient und nachhaltig bewirtschaftet werden. Heuer hat der Österreichische Alpenverein neun weitere Hütten in Kärnten, Salzburg, Oberösterreich und Tirol ausgezeichnet – ein neuer Höchststand.
In Kärnten erhielten die Fraganter Selbstversorgerhütten in der Goldberggruppe auf 1770 Metern und die Hugo-Gerbers-Hütte in der Kreuzeckgruppe auf 2347 Metern Seehöhe das Umweltgütesiegel. Die sanierten Gebäude der Fraganter Selbstversorgerhütten verfügen über eine ressourcenschonende Infrastruktur und eine effiziente Wärmeversorgung. Das Betriebskonzept setzt zudem auf einen bewussten Umgang mit Energie und Wasser. Auch das Selbstversorgerkonzept trägt zur Nachhaltigkeit bei: Gäste werden bereits bei der Buchung über Mülltrennung, einen sparsamen Ressourcenverbrauch und regionale Produkte informiert.
Die abgelegene Hugo-Gerbers-Hütte nutzt eine Photovoltaikanlage mit Batteriespeicher zur Stromversorgung der Beleuchtung. Ein Holzherd dient zum Kochen und Heizen. Eine Trockentoilette spart Wasser. Da die Hütte weder über eine Zufahrt noch über eine Materialseilbahn verfügt, müssen Frischwaren zu Fuß hinaufgetragen werden – eine Aufgabe, die von Ehrenamtlichen übernommen wird.

Bis 2033 soll mindestens jede zweite Hütte das Umweltgütesiegel tragen
Neben den beiden Kärntner Hütten erhielten sieben weitere Alpenvereinshütten das Umweltgütesiegel: in Salzburg die Eckbert-Hütte, die Gamskarkogel-Hütte, die Gwechenberg-Hütte und die Roßberg-Hütte. In Oberösterreich wurden die Braunberg-Hütte und die Gablonzer Hütte ausgezeichnet, in Tirol die Badener Hütte.
Seit 2024 unterstützt der Österreichische Alpenverein Hütten mit Umweltgütesiegel durch eine eigene Förderung. Im Rahmen seiner Klimastrategie verfolgt der Verein das Ziel, dass bis 2033 mindestens 50 Prozent seiner 146 bewirtschafteten Hütten das Siegel tragen. Derzeit erfüllen bereits 81 Hütten des Österreichischen Alpenvereins die Kriterien des Siegels, davon sind 70 bewirtschaftet.
Viele kleine Maßnahmen für mehr Umweltschutz
Das Umweltgütesiegel lebt vom gemeinsamen Engagement von Alpenvereinssektion und Hüttenwirtsleuten. Zu den Anforderungen zählen unter anderem Investitionen in nachhaltige Energie- und Klimaschutzmaßnahmen, zukunftsfähige Trinkwasser- und Abwasseranlagen, Abfallvermeidung, die Reduktion von Luft- und Lärmemissionen sowie eine klimafreundliche Beschaffung und Verpflegung.
Dabei sind es meist nicht die großen Investitionen, die den Unterschied machen, sondern viele kleine Maßnahmen: die Umrüstung auf LED-Beleuchtung, der Einbau von Strahlreglern (sogenannten Perlatoren), der Einsatz von Bewegungsmeldern für eine bedarfsgerechte Beleuchtung oder die Installation zusätzlicher Verbrauchszähler.