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Regierung könnte Dachfonds etappenweise mit Millionen befüllen

„Start-up gut, Scale-up schlecht.“ Warum Österreichs junge Betriebe Wachstumsschmerzen haben, welche Medizin helfen soll und mit wie viel Kapital der rot-weiß-rote Dachfonds starten könnte.

© KI-generiert von ChatGPT
Österreich will einen Fonds aufspannen, um für mehr Investments in Start-ups zu sorgen

„Wir sind in Europa, aber auch in Österreich, Weltmeister in der Innovation, also von der Idee hin zum Produkt. Aber wir sind leider nicht sehr gut, wenn es darum geht, das Produkt zu vermarkten – Start-up gut, Scale-up schlecht.“

So formuliert Georg Knill, Chef der Industriellenvereinigung, im Gespräch mit der Kleinen Zeitung eine der zentralen Herausforderungen des Start-up-Standorts Österreich. Die auch von vielen Stimmen aus dem Ökosystem der vifen, besonders wachstumsaffinen Jungunternehmen artikuliert wird. Zu tun habe diese Lücke zwischen Ausgründung und der bedeutsamen Wachstumsphase in hohem Maße mit Finanzierungs- und Kapitalmarktfragen.

© IMAGO / Andreas Stroh
Industrie-Präsident Georg Knill

Eine mögliche Lösung wird seit geraumer Zeit debattiert, Georg Knill hegt große Sympathie dafür: „Wir begrüßen sowohl auf EU-Ebene als auch in Österreich Überlegungen zur Schaffung von Dachfonds, um europäische und damit auch österreichische Innovationen in Europa halten zu können.“

Europaweit debattiert man über die zwei milliardenschweren Initiativen „European Tech Champions Initiative (ETCI) 2.0“ und „Scaleup Europe Fund“. Der österreichische Dachfonds – also ein Fonds, der in andere (auf Start-up-Investments spezialisierte) Fonds investiert – soll nach langem Hin und Her im ersten Quartal 2027 starten. Das sei auch aus Sicht der Industrie sehr wichtig. „Es geht darum, Skalierungen abbilden zu können, um ein Produkt weltweit ausrollen zu können“, sagt Knill. Dafür sei Risikokapital unerlässlich.

23 Millionen Euro zum Start

Aber wie viel Kapital stellt Österreich auf? Und wann? Bis dato war immer die Rede davon, dass mit einem Ankerinvestment des Bundes von bis zu 100 Millionen Euro zusätzliches privates und institutionelles Kapital mobilisiert werden soll. So, dass der rot-weiß-rote Fonds am Ende mit bis zu 500 Millionen Euro gespeist ist.

© APA / Helmut Fohringer
Staatssekretärin für Start-ups: Elisabeth Zehetner

Etwas mehr Licht ins Dunkle scheint ein „Konzeptpapier“ aus dem Hause der für Start-ups zuständigen Staatssekretärin Elisabeth Zehetner zu bringen. Die Plattform Trending Topics zitierte jüngst daraus. Demzufolge sollen in der laufenden Legislaturperiode (bis 2029) Bundesmittel von rund 23 Millionen Euro für den Fonds vorgesehen sein. Die übrigen knapp 77 Millionen Euro könnten erst von 2030 bis 2042 abgerufen werden.

„Wir stimmen derzeit die letzten Details mit dem Finanzministerium ab“, heißt es dazu aus dem Büro Zehetners auf Nachfrage. Man wolle Details nicht vorgreifen, eine Lösung soll schnellstmöglich präsentiert werden.