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Marienkirche Gleisdorf: Denkwürdige Aufführung einer Barockmesse

Johann Georg Zechner, aus Gleisdorf stammender Komponist, war kein Lokalmatador. Ganz im Gegenteil. In der Marienkirche war seine Christopherus-Messe zu hören.

© wikicommons
Die Marienkirche in Gleisdorf
Walther Neumann

Unter werk- und stimmkundiger Leitung tut sich was um den zu seiner Zeit recht umtriebigen Gleisdorfer Barockkomponisten Johann Georg Zechner (1716-1778). Die in Kloster- und Stiftsbibliotheken verstreuten Opera sind zum Teil schon neu archiviert worden und werden nun in Gleisdorf weiter geordnet und in „moderne Notenschrift“ übertragen. (Infos zum Projekt johanngeorgzechner.at).

Ein sakrales Doppelpack prägte einen Abend in der dortigen Marienkirche. Dank der umsichtigen Leitung durch den Ex-Domkapellmeister von Graz Josef M. Doeller und dank des rührigen, den Kirchenraum ausfüllenden „Zechner Vokalensembles“ erfuhr dessen „Missa St. Christophori“ mit vier Solisten und neun Musikern ihre Erstaufführung in der Neuzeit. Die nicht nur musikhistorisch gesehen positiven Eindrücke sind gewiss auch der subjektiven Ausprägung der Tonsprache des Gleisdorfer Meisters zuzuschreiben. Das Programm komplettierte sich mit dem 1771 entstandenen, anlassbezogenen „Schrattenbach-Requiem“ in c-Moll des Haydn-Bruders Johann Michael. Feine und sorgfältige Ausgestaltung durch Josef Doeller mit inbegriffen.