Der Lienzer Sportpass kostet so viel wie noch nie
Es wird noch kostspieliger, der Erwachsenentarif überspringt die 700-Euro-Marke. Immerhin: Die Stadt erhöht die Kinder-, Jugend- und Familienzuschüsse.
Überraschend kommt es nicht. Die Preise für den Lienzer Sportpass erreichen ein neues Rekordniveau. Umso erstaunlicher: Im Lienzer Gemeinderat wurde am Dienstagabend rund um die Beschlussfassung der Tarife nicht diskutiert. Kochte die Debatte in den Vorjahren hoch, hatte man sich vorab in den Ausschüssen quer durch die Fraktionen geeinigt, das Thema diesesmal kleinzuhalten.
Der Reihe nach: Das Angebot bleibt gleich. Für ein Jahr darf man ab dem 1. November die Aufstiegshilfen der Lienzer Bergbahnen (LBB) AG nutzen, wobei die Lifte am Hochstein wie in den beiden Jahren zuvor im Winter stillstehen. Pistengaudi bietet das Zettersfeld, das zum geplanten Saisonstart am 5. Dezember mit neu beschneitem Mittelhang aufwartet – die Kleine Zeitung berichtete. Dazu öffnet der Sportpass die Tore zum Lienzer Frei- und Hallenbad (ohne Sauna) sowie zum Tristacher See. Inkludiert sind auch das Eisstadion an der Pustertaler Straße und das Museum Schloss Bruck. Nicht dabei ist der Bikepark am Hochstein, hier gibt es für Sportpass-Besitzer aber eine Ermäßigung.
Erwachsene zahlen nun 719 Euro
Auch die Einteilung der Tarife in Gruppen ändert sich nicht. Unter „E“ fallen Erwachsene ohne Ermäßigung, die nun 719 Euro statt vormals 685 Euro zahlen. Senioren („S“) werden mit 619 Euro zur Kassa gebeten, für Volksschüler („VK“) sind 339 Euro aufgerufen. Davor waren es 325 Euro. Alle anderen Schüler, Jugendliche, Studenten, Lehrlinge, Präsenz- und Zivildienstleister sowie Menschen mit Beeinträchtigungen (ab 60 Prozent) bilden die Kategorie „K“: 539 Euro werden fällig.
Etwas mehr Zuschüsse für Familien
Immerhin: Die Stadtgemeinde erhöht im Gegenzug die Subventionen. Passbezieher der Kategorien „VK“ und „K“ (ausgenommen Erwachsene mit Behinderung) mit Hauptwohnsitz in Lienz erhalten jetzt einen Zuschuss von 135 Euro, im Vorjahr waren es 126 Euro. Zur Einordnung: Von den 339 Euro für einen „VK“-Pass fließen 106 Euro ins Stadtsäckel. 233 Euro gehen an die LBB, an der die Stadt neben dem Tourismusverband Osttirol Haupteigentümer ist. Mit der Förderung zahlt man also einerseits gewissermaßen in die eigene Tasche, im Endeffekt aber drauf.
Auch Nußdorf-Debant erhöht die Förderung
Übrigens: Auch andere Gemeinden schießen zu. So gewährt Tristach allen Schülern und Lehrlingen bis zum 18. Lebensjahr 100 Euro für den Sportpass oder die „Bergerlebnis Card“, 75 Euro für andere Pässe wie den Kärnten Skipass. Nußdorf-Debant hat seinen Zuschuss mit Beschluss der jüngsten Gemeinderatssitzung auf 120 Euro für nahezu alle Jahrestickets inklusive Sportpass erhöht. Es lohnt sich, für „Nicht-Lienzer“ bei der Heimatgemeinde nachzuschauen.
Dass für Volksschüler knapp über 200 Euro für ein Jahr Ski- und Schwimmvergnügen immer noch fair bemessen sind, wurde im Gemeinderat begrüßt. FPÖ-Mandatar Manuel Kleinlercher, in der Vergangenheit eine laute Stimme gegen Tariferhöhungen: „Ich bin froh, dass ich bei den anderen Fraktionen auf Zustimmung gestoßen bin. Wenn die Kinder nicht mehr Skifahren und schwimmen gehen, geht es irgendwann keiner mehr.“ Zwar zweifelte Bürgermeisterin Elisabeth Blanik (SPÖ) an, „dass das ein Antrag der Freiheitlichen“ war, pflichtete dennoch bei: „Wir versuchen es, für die Kinder möglichst leistbar zu machen.“
Zustimmung bei allen Parteien
Zuspruch kam auch von der ÖVP-Opposition. Gemeinderätin Eva Karré, bei der Volkspartei für die sozialen Themen am Ruder: „Das Angebot für die Kinder ist super. Was viele nicht wissen, ab dem vierten Sportpass gibt es die 135 Euro als Familienförderung dazu.“ Den Antrag dazu muss man in der Liebburg stellen.
Dass der Sportpass speziell bei erwachsenen Einzelpersonen stark an Bedeutung verloren hat, kam nicht zur Debatte. 2023 verkaufte man noch 2500 Stück, im vergangenen Jahr war es wohl nur die Hälfte. Zahlen nannte man anders als in den Vorjahren nicht. Die Tarife und Zuschüsse wurden einstimmig beschlossen.