Khudyakov und Goriupp: Ein Déjà-vu, das niemand gebraucht hätte
Vor 30 Jahren erwischte es den damaligen Sturm-Tormann ebenfalls im Derby. Eine Szene bereitete Goriupp im Fall Khudyakov Gänsehaut.

Es war jene Szene, die beim 6:1-Sieg des SK Sturm gegen den GAK im Grazer Derby alle Beteiligten den Atem anhalten ließ. Beim Zusammenstoß zwischen Daniil Khudyakov und Jacob Italiano hat sich der Sturm-Tormann einen Schien- und Wadenbeinbruch zugezogen.
Die Versorgung des 22-Jährigen lief von der ersten Sekunde an einwandfrei. Sturm-Doc Jürgen Mandl und GAK-Arzt Peter Hausbrandt übernahmen gemeinsam die Erstversorgung. Khudyakovs Unterschenkelfraktur wurde umgehend im AUVA-Unfallkrankenhaus Graz unter der Aufsicht von Sturm-Arzt Max Kerl operiert. Der Eingriff ist gut verlaufen, eine Ausfallsdauer ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht abzuschätzen.
Einige Fußball-Fans älteren Semesters erinnerten sich an einen sehr ähnlichen Vorfall. GAK-Stürmer Herbert „Mucki“ Wieger stieß am 4. November 1995 mit Roland Goriupp zusammen. Das bittere Ereignis ereignete sich kurz vor Spielende in der Gruabn, Heinz Arzberger wurde in der 83. Minute für Goriupp eingewechselt. Die Partie endete 1:1 und mit einem Schienbeinbruch für den Verletzten.
„Ich hatte das Glück, dass es ein Derby war und mit Edi Lanz ein Arzt beim Spiel dabei gewesen ist. Früher waren Ärzte ja nur bei Topspielen dabei“, erzählte Goriupp. Er bekam einen Titannagel ins Bein, den er noch immer in sich trägt, und stand „nach einer mühsamen“ Rehabilitation nach sechs Monaten wieder auf dem Platz. „Ich hatte nie mehr ein Problem mit dem Schienbein“, sagte Goriupp, der heute ÖFB-Ausbildungsleiter der Trainerakademie ist und Head of Sports bei der Anton Paar SportsTec GmbH für das Hightech-Fußballtrainingssystem skills.lab.

Goriupp leidet mit Khudyakov mit. „Ich wünsche ihm alles Gute und bin mir sicher, dass er stark zurückkommen wird, weil er ein richtig guter Tormann und ein Kämpfer ist“, meinte der 55-Jährige und führte weiter aus: „Sturm hat im Sommer einen absolut guten Schritt gemacht und Ammar Helac verpflichtet. Er gefällt mir sehr, sehr gut.“
Sehr gut hat Goriupp auch die Reaktion aller Spieler gefallen. „Als sie gemeinsam den Sichtschutzkreis aufgebaut haben, habe ich Gänsehaut bekommen. Das macht den Fußball bei aller sportlichen Rivalität aus, die es auf dem Platz geben darf. Das war ein großartiger Umgang miteinander“, fand der ehemalige Tormann, der bei beiden Vereinen gespielt hatte.

Neben der Goriupp-Verletzung erinnerte der Derby-Vorfall an einen anderen Unfall eines Torhüters. Am 18. April 2010 wurde der damalige Salzburg-Tormann Eddie Gustafsson am Unterschenkel von LASK-Stürmer Lukas Kragl getroffen und erlitt einen Schien- und Wadenbeinbruch. Der Schwede kehrte nach knapp einem Jahr Pause im März 2011 ins Gehäuse der Mozartstädter zurück.
Wie lange die Zwangspause von Khudyakov dauern wird, lässt sich noch nicht abschätzen. Tormanntrainer Stefan Loch besuchte seinen Schützling noch am Sonntagabend im Krankenhaus. In den nächsten Tagen werden dies auch noch andere Verantwortliche des Klubs tun. „Daniils Operation ist gut verlaufen. Nun muss sein Heilungsverlauf genau beobachtet werden, aber unsere Ärzte sind absolut zuversichtlich, dass er sich vollständig erholen und in alter Stärke auf den Platz zurückkehren wird. Wir wünschen Daniil alles Gute und werden ihn in allen Belangen unterstützen, die er in seiner Rehazeit benötigt“, versicherte Sport-Geschäftsführer Michael Parensen.