20 Jahre Irinas Käseeck: Von Kindheit und Kaspressknödel
Seit 20 Jahren verkauft Irina Meixner am Leobener Hauptplatz Käse. Ihre ersten Käseverkaufserfahrungen reichen bereits 40 Jahre zurück.
Bereits kurz bevor man den Leobener Hauptplatz erreicht, liegt ein ganz einzigartiger Geruch in der Luft. Etwas Fettig-käsiges und ganz und gar Durchdringendes. Man muss ihn mögen, den Geruch von Kaspressknödel. Diese brät Irina Meixner nämlich jeden Tag frisch in ihrem Verkaufsstand im Kiosk in Leoben heraus. Die gebürtige Leobenerin feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen.
„Angefangen habe ich mit zirka zehn Jahren“, berichtet Meixner. Sie habe damals in Leoben bei ihrer Großmutter gewohnt und im Sommer beim Käseverkauf ihrer Mutter in Linz geholfen. Deshalb machte sie dann auch in Oberösterreich ihre Ausbildung in der Hotelfachschule. Sie arbeitete in der Gastronomie und Hotellerie, bis sie schließlich aus gesundheitlichen Gründen aufhörte und sich zur Programmiererin umschulen ließ. Dort merkte sie, dass der Kundenkontakt ihr fehlte und kehrte in die Gastronomie nach Vorbild ihrer Mutter zurück: mit einem Käsegeschäft.
Die Käsenische
„Ich glaube, ich habe eine Geschäftslücke entdeckt“, lacht Meixner. Als sie vor 20 Jahren ihr Geschäft eröffnete, wollte sie etwas machen, was es in Leoben noch nicht gibt. Jetzt ist sie mit der Entscheidung sehr zufrieden. „Kaspressknödel habe ich am Anfang fast keine verkauft, weil sie keiner kannte. Jetzt bin ich quasi berühmt in Leoben“, erzählt sie stolz.
Das Angebot am Käseeck stammt aus fast allen bekannten Käsenationen. Ob Holland, Italien oder Frankreich. Dennoch stammen 80 Prozent ihres Angebots aus Österreich. Und 100 Prozent der österreichischen Bauern, die den Käse herstellen, kennt Irina Meixner persönlich. „Früher bin ich nachts oft selbst nach Vorarlberg und Tirol gefahren, um den Käse zu holen“, erinnert sie sich. Seit Corona seien die Bauern aber auf Lieferung umgestiegen.
Preise und Zukunft
Die Inflation habe auch sie eingeholt. Besonders merke sie es bei den Kundinnen und Kunden. „Jeder beklagt sich im Moment über die hohen Kosten“, erzählt sie. Auch beim Käse habe man das gespürt. Verpackung, Lieferung und auch Herstellung seien teurer geworden. Aber eines ist für Meixner klar: „Bevor ich bei den Bauern spare, gehe ich mit den Preisen rauf.“
Meixner möchte ihren Betrieb noch fünf Jahre weiter führen. Dann würde sie gerne an eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger übergeben. Sie könnte sich trotzdem vorstellen, weiter darin zu arbeiten. Immerhin mache sie schon jetzt die Qualitätssicherung selbst, wie sie schmunzelnd erzählt: „Ich esse jeden Tag einen Kaspressknödel.“