Angelobung ohne Waffen: Ein Zeichen für den Frieden

Werner Wintersteiner über eine alternative Angelobung im Vorfeld des Nationalfeiertags und die Bedeutung gewaltfreier Friedenspolitik.
Anlässlich des Nationalfeiertags, des Tags der Beschlussfassung der österreichischen Neutralität, findet heuer ein besonderes Ereignis statt. Am 22. Oktober (15 Uhr, Neuer Platz, Klagenfurt) wird eine Angelobung der neuen Art stattfinden: keine Rekruten des Bundesheeres, sondern die „Erste Österreichische Friedenstruppe“. Nicht Waffengewalt, sondern gewaltfreier Widerstand ist die Idee. Die jungen Freiwilligen werden geloben, „die Demokratie, die Neutralität und die Souveränität Österreichs als Friedensrepublik gewaltfrei zu verteidigen; gegen soziale Ungerechtigkeit, Rassismus, patriarchales Denken und Handeln anzukämpfen; Feindbilder, Sexismus, Gewalt und Kriegstreiberei zurückzuweisen; im Wissen zu handeln, dass wir alle Teil der Natur sind; Heimatliebe mit der Liebe zu unserem Heimatland Erde zu verbinden; sich überall für den Frieden einzusetzen: im eigenen Umfeld, in Kärnten/Koroška, in Österreich, in Europa und auf der ganzen Welt.“ Ein kleiner symbolischer Akt, zweifellos – aber auch ein wichtiger praktischer Schritt.
Friedenspolitik statt Aufrüstung
Ein Schritt, der aufhorchen lässt. Eine Aktion, die ein Umdenken einleiten will. Hören wir denn nicht bald täglich, dass wir angesichts der gefährlichen Weltlage gar keine Wahl haben? Wir sollen all unsere Kraft – und unser ganzes Geld! – auf militärische Aufrüstung und die Vorbereitung eines möglichen Krieges verwenden!
Gerade in der heutigen Zeit brauchen wir Friedensdiplomatie, Verhandlungslösungen, Friedensbildung sowie gewaltfreie Aktionen.
Die „Alternative Angelobung“ drückt aus, dass es doch auch einen anderen Weg gibt. Gerade in der heutigen Zeit brauchen wir Friedensdiplomatie, Verhandlungslösungen, Friedensbildung sowie gewaltfreie Aktionen. Das sind die bewährten, aber in den letzten Jahren vernachlässigten Wege, um internationale Spannungen zu entschärfen und möglichst auch Kriege zu beenden. Und während uns unablässig eingehämmert wird, dass wir endlich unser Heil in der NATO suchen sollen, ist diese Alternative Angelobung ein starkes Plädoyer für die Neutralität, die uns erst die Chance bietet, eine Friedenspolitik zu betreiben. Dieses Projekt verdient eine möglichst breite Unterstützung.
Werner Wintersteiner ist Friedenspädagoge.