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Wiederaufbau des Recyclingzentrums in Nußdorf-Debant im Plan

45 Millionen Euro wird die neue Anlage kosten. Verbesserter Brandschutz, mehr Wiederverwertung und Abfalltransporte auf der Schiene stehen im Fokus.

Eine im Bau befindliche Halle auf dem Rossbacher-Areal
© Land Tirol / Fitsch
Die Halleninfrastruktur der neuen Rossbacher-Anlage soll bis Ende des Jahres fertiggestellt werden

Meterhohe Flammen, dichter Rauch und hunderte Einsatzkräfte: Die Bilder des Großbrandes in der Recyclinganlage der Firma Rossbacher in Nußdorf-Debant sind vielen Menschen in Osttirol noch in Erinnerung. Knapp 1,5 Jahre später steht der Standort im Zeichen des Wiederaufbaus. Bei einem Lokalaugenschein informierte sich nun Landeshauptmann Anton Mattle (ÖVP) über den Stand der Arbeiten. Insgesamt investiert die Betreiberfirma bis Ende 2028 rund 45 Millionen Euro in den neubeginnModernisierung.

„Der Großbrand hat gezeigt, wie rasch ein Brandereignis zur Herausforderung für eine ganze Region werden kann. Mein besonderer Dank gilt den Einsatzkräften, die damals unter schwierigsten Bedingungen Großartiges geleistet haben“, betonte Mattle. Umso wichtiger sei es, beim Wiederaufbau auf Sicherheit und Vorsorge zu setzen. „Eine flächendeckende, leistungsfähige Abfallwirtschaft ist für Tirol unverzichtbar. Dabei müssen der Schutz der Beschäftigten, der Bevölkerung und unserer Umwelt oberste Priorität haben“, so der Landeshauptmann.

Millionen für die Sicherheit

Vier Millionen Euro wird die Rossbacher GmbH in den Brandschutz investieren. Verursacher des Brandes im Juni 2025 war aller Wahrscheinlichkeit nach eine falsch entsorgte Batterie. Die Halleninfrastruktur soll bis Ende des Jahres fertiggestellt werden, die Anlagentechnik befindet sich derzeit in der Genehmigungsphase. Der Ausbau der Bahninfrastruktur ist für 2027 und 2028 vorgesehen.

Beim Lokalaugenschein (von links nach rechts): Anton Mattle, Lukas Rossbacher, Bürgermeister Andreas Pfurner und Franz Rossbacher

„Der Brand war für unser Unternehmen und unsere Mitarbeiter ein einschneidendes Ereignis. Mit dem Wiederaufbau setzen wir auf moderne Sicherheitsstandards, innovative Recyclingtechnik und eine umweltfreundlichere Abfalllogistik“, erklärte Geschäftsführer Franz Rossbacher. Ziel sei es, einen Standort zu schaffen, der langfristig zur Entsorgungssicherheit und Ressourcenschonung in der Region beiträgt. Auch Rossbacher dankte beim Lokalaugenschein den Einsatzkräften, ebenso „den zuständigen Landes- und Bezirksbehörden für die konstruktive Zusammenarbeit“.

Kreislaufwirtschaft im Fokus

Herzstück des Areals werden eine vollautomatische Kunststoffsortieranlage sowie eine Ressourcenrückgewinnungsanlage werden. Erstere soll Verpackungskunststoffe für rund 500.000 Einwohner verarbeiten und die bisherige Sortierleistung verdoppeln. In der Rückgewinnungsanlage sollen bis zu 60 Prozent der in Sperrmüll, Gewerbe- und Baustellenabfällen enthaltenen Wertstoffe zurückgewonnen werden. Abfallmengen, die thermisch verwertet werden müssen, können reduziert werden.

4000 Lkw-Fahrten weniger pro Jahr

Weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau des Bahnanschlusses. Durch die verstärkte Verlagerung von Abfalltransporten auf die Schiene könnten laut Rossbacher künftig bis zu 4000 Lkw-Fahrten im Bezirk Lienz jährlich eingespart werden.

© Land Tirol / Fitsch
Rund 45 Millionen Euro wird der Wiederaufbau kosten

Andreas Pfurner, Bürgermeister von Nußdorf-Debant, unterstreicht die Bedeutung des Wiederaufbaus: „Der Großbrand war eine enorme Belastung für unsere Gemeinde.“ Umso erfreulicher sei es, dass nun in die Zukunft des Standorts investiert wird. Pfurner: „Besonders wichtig sind uns dabei die Sicherheit der Bevölkerung und die Entlastung durch weniger Lkw-Verkehr.“

So werden Batterien und Akkus richtig entsorgt

Der Großbrand hat die Gefahren falsch entsorgter Batterien und Akkus deutlich gemacht. Das Land Tirol nimmt den Lokalaugenschein erneut zum Anlass, an die Bevölkerung zu appellieren, Batterien, Akkus und Elektrogeräte fachgerecht zu entsorgen. Sie gehören keinesfalls in den Restmüll oder in den „Gelben Sack“ beziehungsweise die „Gelbe Tonne“. Das gilt auch für E-Zigaretten und Einweg-Vapes mit fest verbauten Akkus.

Batterien und Akkus können kostenlos bei Rücknahmestellen im Handel oder bei den Recyclinghöfen der Gemeinden abgegeben werden. Bei Lithium-Ionen-Akkus wird empfohlen, sichtbare Pole nach Möglichkeit mit Isolierklebeband abzukleben, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Beschädigte oder aufgeblähte Akkus sollten möglichst rasch bei einer geeigneten Sammelstelle abgegeben werden.