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Neue Anwendungen für den 3D-Druck

Kärnten und Slowenien arbeiten eng bei der Verbesserung von nachhaltigen 3D-Druckmethoden zusammen.

Der 3D-Druck-Roboter kann beliebige Objekte im Raum schaffen. Hier druckt er eine Trinkflaschenhalterung für Rennräder | Der 3D-Druck-Roboter kann beliebige Objekte im Raum schaffen. Hier druckt er eine Trinkflaschenhalterung für Rennräder
© CU
Der 3D-Druck-Roboter kann beliebige Objekte im Raum schaffen. Hier druckt er eine Trinkflaschenhalterung für Rennräder|Der 3D-Druck-Roboter kann beliebige Objekte im Raum schaffen. Hier druckt er eine Trinkflaschenhalterung für Rennräder

Das Erste, was ein Rennradprofi bei einem neuen Fahrrad austauscht, ist der Flaschenhalter. „Bei teuren Modellen für den Profisport ist die Halterung, die mitgeliefert wird, nicht hochwertig genug und wird sofort durch ein besseres Modell ersetzt. Der ursprüngliche Flaschenhalter wird weggeworfen. Eine ziemliche Verschwendung“, sagt Sandra Schulnig von der CU Hochschule Kärnten. Die Expertin für nachhaltigen 3D-Druck hat eine weniger verschwenderische Alternative parat: Individuell angepasste Flaschenhalter für Rennräder aus dem 3D-Drucker, die gleich mit dem neuen Rennrad mitgeliefert werden. Diese Innovation wurde gemeinsam mit einer slowenischen Spezialfirma erdacht – als Teil des Forschungsprojekts „ADDCIRCLES“, das nun erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Das Projekt widmete sich besonders der Verwendung von nachhaltigen Materialien, die für den 3D-Druck eingesetzt werden können: Kunststoffe biologischer Herkunft, die je nach Einsatzgebiet abbaubar sind oder nicht. Verstärkt werden sie mit eingearbeiteten Naturfasern aus Flachs, Holz oder Hanf, um für bessere Materialeigenschaften zu sorgen. Bei Fahrradausrüstung und der starken Belastung, die auf das Material ausgeübt wird, braucht es allerdings Stärkeres: „Beim Radfahren müssen die gedruckten Teile sehr viel aushalten, deshalb nutzen wir hier Carbonfasern, um die dynamischen Lasten auszugleichen“, sagt Schulnig.

Sandra Schulnig | Sandra Schulnig
© KLZ / Kay Jansen
Sandra Schulnig|Sandra Schulnig

Diese Methode erlaubt es uns, Objekte im Raum ohne Stützmaterial zu drucken.

— Sarah Schulnig

Wirtschaftlichkeit war neben der Alltagstauglichkeit ein weiterer Fokus im Projekt, weshalb auch entsprechende Geschäftsmodelle vom Forschungsteam gleich mitgedacht wurden. Im Fall des Flaschenhalters liegt es auf der Hand, dass es einiges an Energie und Kosten spart, wenn gleich der erste Flaschenhalter maßgeschneidert ist und kein zweiter neu produziert werden muss.

Gespart wird aber auch im Druckprozess selbst, wo man auf einen Roboterarm mit mehreren beweglichen Achsen setzt, um den Sattel Schicht für Schicht zusammenzufügen. „Diese Methode erlaubt es uns, Objekte im Raum zu drucken, ohne dafür Stützmaterial zu benötigen, wie es bei herkömmlichen kastenförmigen 3D-Druckern der Fall ist“, sagt Schulnig.

Damit lassen sich ebenso andere Fahrradteile wie Trinkflaschenhalter produzieren – ein weiterer „Business Case“, der aus dem Projekt heraus entstanden ist. Die Zusammenarbeit von Kärntner Forschung und slowenischen Unternehmen wird auch nach Projektende fortgeführt. Der Fokus auf nachhaltige Materialien bleibt nach wie vor bestehen.

Diese Seite erscheint in Kooperation mit der Kärntner Hochschulkonferenz. Die redaktionelle Verantwortung liegt ausschließlich bei der „Kleinen Zeitung“.

Projektinfo

ADDCIRCLES ist ein Interreg SI-AT-Projekt unter Federführung der CU Hochschule Kärnten und wird kofinanziert durch die Europäische Union. Die beteiligten Forschungspartner aus Slowenien sind FTPO, ZAG und TECOS, der österreichische Forschungspartner heißt Wood K plus. Ein Fokus des Projekts ist die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Forschung und Wirtschaft.