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Richard David Precht trauert um seinen Vater

Der deutsche Philosoph und TV-Moderator hat seinen 93-jährigen Vater verloren. Darüber findet er im Podcast mit Markus Lanz berührende Worte.

© IMAGO/Dts Nachrichtenagentur
Philosoph Richard David Precht

Der deutsche Philosoph und Autor Richard David Precht, der am Nationalfeiertag auf der Burg Taggenbrunn mit David Garrett, Larissa Marolt und Philipp Hochmair zusammentrifft, trauert um seinen Vater. Dieser ist im 94. Lebensjahr verstorben. Der 61-Jährige berichtete davon im Podcast „Lanz + Precht“, den er mit dem TV-Moderator Markus Lanz (57) aufnimmt. Der Tod habe sich laut Precht schon länger abgezeichnet, er habe sich von seinem Vater über „viele, viele Monate eines sehr, sehr langen Sterbeprozesses“ gut verabschieden können.

Sein Vater habe zwar schon länger an einer Demenzerkrankung gelitten und habe sich nicht mehr merken können, was er zum Frühstück gegessen hatte. Precht betonte aber, dass der 93-Jährige „bis zum Schluss“ über ein „taghelles Bewusstsein" verfügt und jeden einzelnen Satz verstanden habe. Sein ganzes Leben lang sei sein Vater stets mit allen Menschen gut ausgekommen, so Precht im Podcast: „Ich kenne niemanden, der meinen Vater nicht gemocht hat.“ Er habe „keine Feinde“ gehabt und sei nie neidisch oder eifersüchtig auf andere gewesen.

Ich kenne niemanden, der meinen Vater nicht gemocht hat.

— Richard David Precht

„Trauer hat eher mit einem selbst zu tun“

Die Welt nach einem erfüllten Leben im Alter von 93 Jahren zu verlassen, empfindet Precht nicht als tragisch: „Ich glaube, dass die Trauer, die man in dem Moment empfindet, eher mit einem selbst zu tun hat als mit dem geliebten Menschen, der gegangen ist.“ Den Verstorbenen und den Schmerz der Hinterbliebenen auseinanderzuhalten, helfe in den Augen des streitbaren Philosophen bei der Trauerbewältigung.

Laut ZDF-Moderator Lanz arbeitete Prechts Vater als Industriedesigner und hatte ebenfalls eine große Leidenschaft fürs Schreiben. Besonders auf Reisen führte dieser ausführliche Tagebücher. Veröffentlicht wurden diese Texte nie: „Wozu auch? Er musste nicht davon leben, und er war froh, dass er nicht davon leben musste“, erklärt Precht.

Precht sorgt immer wieder für Diskussionen

Der Podcast „Lanz + Precht“ erscheint seit 2021 einmal wöchentlich, mittlerweile auch im Videoformat. Die beiden TV-Gesichter diskutieren darin über politische oder gesellschaftliche Fragen unserer Zeit. Hin und wieder teilen der Talkshow-Host und der Bestseller-Philosoph auch private Gedanken. Vor drei Jahren sorgten Aussagen über orthodoxe Juden für Empörung, das ZDF entfernte die Passage nachträglich aus der Podcast-Folge. Precht entschuldigte sich später für seine Aussagen.

Precht hat Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte studiert und sorgt regelmäßig mit bewussten Zuspitzungen oder Aussagen zu umstrittenen Themen wie Medien, Freiheit oder Klimaschutz für Debatten. Er lebt in Düsseldorf und hat einen Sohn.

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