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Silvio Gorsches besonderer Gala-Abend: „Das habe ich noch nie bei ihm gesehen“

Mit zwei Goldenen bei den Special-Olympics-Sommerspielen sicherte sich Silvio Gorsche den „Niki“. Sein Trainer Heinz Pall spricht über den emotionalen Weg zur Trophäe

© Privat
Silvio Gorsche mit Trainer Heinz Pall
Matthias Janisch
Redakteur Sport

Die Auszeichnung zum „Sportler des Jahres“ lässt in Österreich wohl keinen einzigen Athleten kalt – egal in welcher Kategorie. Genau das zeigte sich auch bei Silvio Gorsche, der sich in der Wiener Stadthalle seinen „Niki“ in der Kategorie „Special Olympics“ abholte. „Ich hätte nicht damit gerechnet, dass ich die Trophäe gewinnen würde, da ich es erst seit drei Jahren mache. Also ich bin schon ein bisserl stolz“, gestand der Gewinner auf der größten Bühne, die der rot-weiß-rote Sport wohl zu bieten hat. Im Publikum saß an diesem besonderen Abend auch Gorsches Trainer Heinz Pall. „Das war schon eine absolut emotionale Sache“, schwärmt der Steirer.

Bei seinem Schützling hätte er an diesem Abend auch etwas bemerkt, das ihm so in den zwei gemeinsamen Jahren noch nie aufgefallen ist. „Silvio ist Asperger-Autist und ich habe bisher noch nie wirklich Emotionen bei ihm erlebt. Auf der Gala habe ich das erste Mal ein Schmunzeln bei ihm im Gesicht erkannt und er hat seinen Niki auch den ganzen Abend nicht mehr ausgelassen.“ Die Trophäe hat sich der Eibiswalder auch mehr als verdient, konnte ihm an der Kletterwand bei den Special Olympics Sommerspielen in Wien keiner das Wasser reichen. Im „Top-Rope“ und „Speedklettern“ holte Gorsche Gold – in beeindruckender Art und Weise. „Im Speed-Bewerb war er ohne Konkurrenz. Während die anderen zwischen 40 bis 50 Sekunden für die Route benötigt haben, war Silvio in 19 Sekunden oben. Er hat einfach ein Naturtalent, das merkt man.“

Klettern in einer eigenen Welt

Doch Talent alleine machte ihn nicht zum „Sportler des Jahres“, auch hartes Training steht beim 31-Jährigen auf dem Programm, wie sein Trainer erklärt. „Wir trainieren zweimal in der Woche und er darf auch mit in die Kraftkammer.“ Sobald es an die Wand geht, haben sich Pall und Kollege Marco Lamprecht einen besonderen Zugang für das Kletter-Ass überlegt. „Nach dem Aufwärmen darf sich Silvio eine von zwei Routen aussuchen. Meistens bleibt er in seinem Komfortbereich und entscheidet sich für die einfachere. Danach gebe ich ihm eine, die ihn bewusst an den Grenzbereich oder darüber hinaus bringt. Danach setzen wir uns zusammen und sprechen darüber.“

Zum Klettersport kam Gorsche übrigens über das Projekt „Die Kletterwand kennt keine Barrieren“, das von den Naturfreunden Steiermark ins Leben gerufen wurde. Schnell wurde klar, dass der zweifache Sieger bei den Sommerspielen in diesem Jahr ein Talent für die Wand hat. „Für Silvio ist Klettern nicht einfach nur Klettern. Es geht darüber hinaus und es ist ihm auch völlig egal, welchen Bewerb er macht. Wenn er klettert, ist er in seiner eigenen Welt und da lassen wir ihn dann auch.“ Laut Pall sei das Potenzial des Südsteirers „bei weitem noch nicht ausgeschöpft“. Deshalb wird das Team rund um Pall, Lamprecht und Alexander Guster weiter intensiv mit dem frischgebackenen Preisträger arbeiten. „Wir werden mit voller Intensität weitertrainieren und wollen versuchen, ihn auf eine neue Stufe zu bringen.“