Schwere russische Angriffe auf ukrainische Energieanlagen

Russland hat nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in der Nacht auf Samstag mehr als 15 ukrainische Energieanlagen angegriffen. Die russische Armee habe ihre Kampagne gegen das Energiesystem ausgeweitet und versuche, die ukrainischen Reserven und Reparaturkapazitäten so weit wie möglich zu strapazieren, teilte Selenskyj auf dem Kurzmitteilungsdienst Telegram mit. Auch Russland bestätigte großflächige Angriffe auf ukrainische Infrastrukturziele.
Darunter befinde sich das größte Stahlwerk des Landes in Krywyj Rih, das dem Konzern ArcelorMittal gehört, teilte das russische Verteidigungsministerium am Samstag in Moskau mit. Die Anlage hat ihren Betrieb nach einer Reihe russischer Raketenangriffe seit September eingestellt. Zudem seien ein Umspannwerk in Schytomyr, ein weiteres Stahlwerk in Saporischschja sowie ein Frachtschiff im Schwarzen Meer getroffen worden. Letzteres habe Militärgüter für den Hafen von Odessa geladen.
Bei einem russischen Luftangriff auf die südukrainische Stadt Cherson ist Behördenangaben zufolge ein Mensch getötet worden. Dabei handle es sich um den Fahrer eines Rettungswagens, teilte der Gouverneur der Region, Oleksandr Prokudin, am Samstag auf Telegram mit. Weitere 19 Personen seien verletzt worden, darunter auch ein Kind. Bei ukrainischen Drohnenangriffen in der russischen Region Belgorod wurde eine Frau getötet, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur TASS unter Berufung auf Rettungskräfte meldete.
Der russische Präsident Wladimir Putin wies unterdessen die Regierung an, ein Programm zur Reparatur von Handels- und Logistikinfrastruktur auf den Weg zu bringen, die bei ukrainischen Angriffen beschädigt wurde. Dies meldete die Nachrichtenagentur RIA Nowosti unter Berufung auf den Kreml.