Illegale Zigarettenfabrik in der Region Murska Sobota aufgedeckt
Die Arbeiter aus Südamerika mussten in einer Fabrikshalle schlafen und sollen mindestens 25 Tage lang kein Tageslicht gesehen haben. Die Ermittlungen dauern an.

Die Generaldirektion der slowenischen Polizei (GPU) bestätigte gegenüber der slowenischen Nachrichtenagentur (STA), dass in der Region Pomurje, die bislang größte illegale Zigarettenfabrik des Landes aufgedeckt wurde. Zuerst hatte das Nachrichtenportal „Sobotainfo“ berichtet. bereits am Dienstag soll die Finanzverwaltung im Nordosten Sloweniens auf die illegale Produktionsstätte für gefälschte Zigaretten gestoßen sein, nachdem Beamte zwischen Lendava und Petišovci einen verdächtigen Lastwagen angehalten hatten. Der Ort wird derzeit von bewaffneten Polizeibeamten gesichert, berichtet „maribor24.si“.
Der Schaden kann nur geschätzt werden
Das Nationale Ermittlungsbüro (NPU) führt seither an verschiedenen Orten umfangreiche und intensive strafrechtliche Ermittlungen wegen des Verdachts auf illegale Herstellung gefälschter Zigaretten sowie Menschenhandel. Dabei arbeitet sie auch mit Nichtregierungsbehörden zusammen. Der Schaden für den Staat kann derzeit nur auf mehrere Millionen Euro geschätzt werden. Genauere Angaben zu den Mengen der beschlagnahmten Waren und dem geschätzten finanziellen Schaden seien aber erst nach Abschluss der operativen Maßnahmen vor Ort möglich, teilte die Generaldirektion der Polizei (GPU) mit.
Aus ermittlungstaktischen Gründen werden derzeit keine weiteren Details bekannt gegeben. Das sei sowohl auf die Erfordernisse des laufenden Verfahrens zurückzuführen als auch auf die Tatsache, dass es sich bei den in der illegalen Fabrik angetroffenen ausländischen Staatsangehörigen um Opfer von Menschenhandel handelt, schreibt „maribor24.si“. Die Polizei kündigte an, dass Anfang nächster Woche weitere Informationen veröffentlicht werden.
Mindestens 25 Tage lang kein Tageslicht
Mindestens 20 ausländische Staatsangehörige, die Berichten zufolge aus Paraguay stammen sollen, lebten und arbeiteten in der Werkshalle. Laut „Slovenske novice“ nutzte eine kriminelle Gruppierung diese Personen für die illegale Zigarettenherstellung aus. Die Arbeiter gaben gegenüber den Ermittlern an, seit mindestens 25 Tagen kein Tageslicht mehr gesehen zu haben. Sie sollen in der Industrieanlage geschlafen haben, wobei ihnen nachts Lebensmittel geliefert wurden.