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„Graz liegt am Meer“: Charmant scheiternde Politposse

Das Theater im Keller gratuliert sich zum 75er mit dem Drei-Autoren-Stück „Graz liegt am Meer“.

© TiK
„Graz liegt am Meer“: mit Wortwitzen vollgepfropfte Posse
Andreas Stangl

Bürgermeister Sepp Potentäter sieht sich im Wahlkampf seiner „Nemesis“ gegenüber. Seine Frau, die „Vermahlene“, hat mit dem Herausforderer ein geheimes Verhältnis. Ihre Tipps, wie der Wahlkampf für ihren Mann zwischen autoritärem Gehabe und Vernaderung des Gegners zu gewinnen wäre, sind entsprechend zweischneidig.

Das ist die Ausgangsposition, aus der Günter Eichberger, Cordula Simon und Mike Markart gemeinsam das Jubiläumsstück zum 75er des Theaters im Keller geschmiedet haben. Der schöne Titel „Graz liegt am Meer“ spiegelt sich in dem mit Wortwitzen vollgepfropften Stück im Brackwasser bürgermeisterlicher Hirngespinste. Wer will, kann darin den Ideenreichtum vergangener Amtsperioden erkennen.

Regie (Alexander Kropsch) und Darsteller (Alfred Haidacher als Bürgermeister gleich zweimal in kauzigen Frauenkleidern, Stephanie Laurich als seine bessere Hälfte sowie Leo Weingerl, Andreas Dayé und Tamara Belic in teils inkonsistent angelegten Nebenrollen) machen das Beste aus dem Textkonglomerat, das als Politposse fast schon programmiert scheitert – das allerdings unterhaltsam und charmant.

Ab 21. Oktober weitere 14 Vorstellungen bis 14. November: www.tik-graz.at