Schwimmteich statt Lagune: Grünes Licht für Hotelprojekt am Wörthersee
Hans-Werner Frömmel will sein Hotelprojekt in Pörtschach nach zwei gescheiterten Versuchen endlich umsetzen. Statt einer künstlichen Lagune ist nun ein Schwimmteich geplant.

Hans-Werner Frömmel gibt nicht auf. Seit ihm vor rund zwei Jahrzehnten in Florida die Idee einer künstlichen Lagune am Wörthersee kam, will der Baumeister und Geschäftsführer der „Werzer’s“-Hotels sie umsetzen. Anstelle der „Werzer’s“-Tennisplätze in Pörtschach plante er eine mit dem See verbundene Wasserfläche zu errichten. Drumherum sollten Hotels und Appartements entstehen.
Die Behörde machte ihm einen Strich durch die Rechnung: Zweimal scheiterte er an der Vorprüfung, das letzte Mal im Februar 2023. Damals kritisierte das Land Kärnten „den gravierenden künstlichen Eingriff in die Uferzone“ und die beabsichtigte Schaffung von weiteren „klassischen Zweitwohnsitzen“. Vorgesehen waren 30, dazu 340 klassische Hotelbetten.
Frömmel adaptierte die Pläne und startete einen dritten Versuch – mit Erfolg. Wie das Land auf Anfrage bestätigt, ist die Vorprüfung abgeschlossen. „Aus raumordnungsfachlicher Sicht erfolgte eine positive Beurteilung“, heißt es. Das aktuelle Projekt „Werzer’s See Resort“ kommt dabei ohne das ursprüngliche Kernelement aus: die Lagune. Stattdessen wolle er einen Schwimmteich bauen, sagt Frömmel der Kleinen Zeitung. Mehr möchte der 84-Jährige nicht sagen, denn „es wurde schon zu viel zerredet. Ich warte lieber, bis der Gemeinderat die Pläne abgehandelt hat“. Wann das sein wird, wisse er nicht.
Bürgermeisterin schweigt
Auch das Land geht mit Informationen sparsam um. Es erklärt zwar, dass die positive Beurteilung an Auflagen geknüpft sei, welche das sind, bleibt aber offen. Auskünfte zum „Verfahrensstand sowie zum Stand der noch einzuholenden Stellungnahmen der zuständigen Fachdienststellen“ zu erteilen, sei Sache der Gemeinde Pörtschach.
Auch dort: Schweigen. „Da noch rechtliche Fragen geklärt werden müssen, bitte ich um Verständnis, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt keine näheren Auskünfte geben kann“, sagt Bürgermeisterin Silvia Häusl-Benz (ÖVP). Gesprächiger sind dafür Gemeindevorstand Florian Pacher (FPÖ) und Gemeinderätin Gabriele Hadl (Grüne). Beide vermuten hinter dem Schwimmteich ein „PR-Manöver“ und glauben, die ursprünglichen Lagunen-Pläne seien weiter Thema. „Derart massive Eingriffe in die Kärntner Seen führen nur zu einem weiteren Ausverkauf unserer Heimat, ohne erkennbaren Nutzen für die lokale Bevölkerung“, sagt Pacher, der die Bevölkerung über die Zukunft des Projekts entscheiden lassen möchte. „Die Pörtschacherinnen und Pörtscher haben ein Recht darauf, zu erfahren, was wirklich auf sie zukommt“, sagt Hadl.
Dass im Hintergrund laufend Punkte abgearbeitet werden, zeigt die Tagesordnung der nicht öffentlichen Sitzung des Gemeindevorstands vom vergangenen Montag. Ein Punkt betrifft die Beauftragung eines Rechtsanwalts mit der Erstellung einer privatrechtlichen Vereinbarung für das „Werzer’s See Resort“. Solche Verträge sollen verhindern, dass für den Hotelbetrieb vorgesehene Betten als illegale Zweitwohnsitze genutzt werden. Wie viele touristische Betten und Appartements das neue Projekt umfasst, ist unklar.