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Nur finanziell muss sich Raducanu keine Sorgen machen

Das einstige Wunderkind Emma Raducanu hat sich aus den Top 100 verabschiedet, will aber 2027 einmal mehr durchstarten.

© AP/Graham Hughes
Emma Raducanu wird 2027 auf die Tour zurückkehren

Das WTA-1000-Turnier in Wuhan steckt voller Überraschungen, wobei Sonay Kartal diese gleich am laufenden Band serviert. Als Nummer 170 der Welt erhielt die Britin dank ihres Protected Rankings einen Platz im Hauptfeld und steht nach Siegen über Anhelina Kalinina (WTA-Nr. 48), Belinda Bencic (12), Jasmine Paolini (33) und Elina Switolina (6) sensationell im Halbfinale, wo es heute zum Duell mit der nicht minder überraschenden Jelena Ostapenko kommt. Im März dieses Jahres hatte die 24-jährige Kartal, die sich im Ranking zumindest auf Position 87 verbessern wird, noch die vierte Runde von Indian Wells erreicht, ehe sie eine Stressfraktur im Rücken zu einer sechsmonatigen Verletzungspause zwang.

© AFP/Wang Zhao
Sonay Kartal ist in Wuhan nicht zu bremsen

Apropos Stressfraktur – an einer solchen (allerdings im rechten Unterschenkel) laboriert zuletzt auch Kartals Landsfrau Emma Raducanu. Das einstige Wunderkind, das als erste Qualifikantin der Geschichte 2021 mit nur 18 Jahren die US Open (ohne Satzverlust) gewinnen konnte, hat sich dieser Tage aus den Top 100 verabschiedet und findet sich im Live-Ranking nur noch auf Platz 109 wieder. Wenn man im aktuellen Tennisleben der mittlerweile bald 24-Jährigen (13. November) etwas Positives finden will, dann, dass das jüngste Mitglied des Order of the British Empire gerade wieder ins Training einsteigen konnte. Allerdings wird Raducanu, die sich im Juni als Nummer 31 der Welt nach ihrem Finaleinzug in Queen‘s verletzt hatte, heuer wohl kein Turnier mehr bestreiten. Denn nur so verlängert sich ihre Verletzungspause auf die nötigen sechs Monate, um ein Protected Ranking beanspruchen zu können. Mit diesem steht ihr Mitte Jänner 2027 ein Platz im Hauptbewerb der Australian Open zu – ansonsten müsste sie in die Qualifikation.

2026 war für Raducanu wie bereits die Jahre zuvor eine von Verletzungen, Krankheiten und Trainerwechseln geprägte Achterbahnfahrt. Seit August 2025, also vor rund 14 Monaten, hat die gebürtige Kanadierin mit Mark Petchey, Francisco Roig und Alexis Canter gleich drei Coaches „verbraucht“, ehe sie im heurigen April erneut bei Andrew Richardson landete, der sie 2021 in New York zu ihrem großen und bis dato einmaligen Triumph geführt hatte. Ob er Raducanu wieder in die Erfolgsspur bringen kann, bleibt abzuwarten. Dass das nötige Potenzial vorhanden wäre und die US Open 2021 kein One-Hit-Wonder bleiben müssen, hat die Finalteilnahme in Queen’s bewiesen.

Fix ist auf alle Fälle, dass man sich zumindest finanziell um Raducanu keine Sorgen machen muss. Obwohl sie derzeit keine Erfolge vorweisen kann, wurde sie im heurigen Februar nach Auflösung des Vertrages mit Nike von Uniqlo als neue Markenbotschafterin präsentiert. Vodafone hat zwar bereits 2025 die Zusammenarbeit mit der Engländerin beendet, dafür rührt sie nach wie vor für Wilson, Dior, Tiffany & Co., British Airways, Evian, Porsche, HSBC und Wild eine prächtig bezahlte Werbetrommel.

Im zweiten Wuhan-Halbfinale kommt es übrigens zum Duell zweier Polinnen: French-Open-Finalistin Maja Chwalinska trifft auf Iga Swiatek.