In Bad Aussee führen Junge ein altes Handwerk in nächste Generation
Die Geschwister Antonia und Franz Pleiner verbinden Tradition mit Zukunft. Gemeinsam führen die Goldschmiedin und der Uhrmacher den Ausseer Familienbetrieb weiter.
Wenn eine Uhr nicht mehr richtig tickt oder schlägt, dann ist der Juwelier Pleiner für viele im Ausseerland wohl die erste Anlaufstelle. Neben klassischen Schmuckstücken gibt es im Geschäft in Bad Aussee nämlich auch eine eigene Uhrmachermeisterwerkstatt. „Unsere Kunden hängen meist sehr an ihren Uhren, oft sind es Familienerbstücke. Es ist ein wunderschönes Gefühl, wenn man diese Erinnerungsstücke wieder vollständig reparieren kann“, erzählt Franz Pleiner Junior.
Gemeinsam mit seiner Schwester Antonia führt der 24-jährige Uhrmachermeister seit mittlerweile vier Jahren den Ausseer Traditionsbetrieb. Gegründet wurde dieser bereits vor 45 Jahren von ihren Eltern – Elke und Franz Pleiner. „Für meinen Bruder war eigentlich immer klar, dass er einmal in ihre Fußstapfen treten wird. Ich habe hingegen erst einmal ein paar andere Sachen ausprobiert. Jetzt kann ich mir aber gar nichts anders mehr vorstellen“, sagt die gelernte Goldschmiedin.
Ein Blick in die Werkstatt
Wer auf der Ischler Straße entlangspaziert, kann mit etwas Glück Franz Pleiner beim Arbeiten beobachten. Denn direkt hinter dem Schaufenster befindet sich die geräumige Uhrmachermeisterwerkstatt. „Wir reparieren eigentlich jede Uhr – angefangen von Pendeluhren aus dem 17. Jahrhundert bis hin zu modernen Luxusarmbanduhren. Ich sage immer, nichts ist unmöglich“, so der 24-Jährige.
Auf die Frage, was einen guten Uhrmachermeister ausmacht, hat Pleiner schnell eine Antwort parat: „Geduld, Ausdauer und ruhige Hände – fast wie bei einem Chirurgen“. Teilweise sitze er acht Stunden am Stück an aufwendigen Reparaturen. Die Begeisterung für das heute selten gewordene Handwerk habe ihm sein Vater „vererbt“.
„Ziemlich genau 40 Jahre nach seiner Meisterprüfung, habe ich meine absolviert“, erzählt der 24-Jährige mit stolzem Blick auf seinen Meisterbrief. Gelegentlich helfe der Vater noch im Geschäft aus, neben Pleiner Junior ist noch ein weiterer Uhrmachermeister in der Werkstatt tätig.
Mit Herz und Leidenschaft
„Momentan sind wir sowohl im Uhrenbereich als auch beim Schmuck sehr gut ausgelastet“, berichten die Geschwister. Für Eigenanfertigungen fehle Antonia Pleiner aktuell die Zeit. „Ich fokussiere mich momentan auf die Kundenberatung, erledige aber auch kleine Reparaturen“, erzählt die Goldschmiedin.
Den positiven Austausch mit den Kunden sowie die Abwechslung liebt die 26-Jährige an ihrem Beruf besonders. „Unsere Kunden gehen eigentlich immer glücklicher aus dem Geschäft, als sie gekommen sind“, erzählt sie mit einem Lächeln im Gesicht. Persönliche Beratung spiele gerade in Zeiten des anonymen Online-Handels eine wichtige Rolle. „Wir nehmen uns gerne Zeit, für Ehering-Beratungen auch außerhalb der Geschäftszeiten“.
Die Kundenorientierung habe das Geschwisterpaar von seinen Eltern mit auf den Weg bekommen. „Mama und Papa waren immer mit Herz und Leidenschaft dabei, das hat uns geprägt“, sagt die 26-Jährige. In Zukunft wollen die beiden Ausseer das Geschäftslokal modernisieren und eigene Akzente setzen, das Bewährte – gutes Handwerk und persönliche Beratung – soll aber stets erhalten bleiben.