Primus 4 Public Award – eine Bühne für Kärntens große Ideen
Feuerwehr im Ex-Supermarkt, Klassik an ungewöhnlichen Orten, kühle Kirchengärten: Das sind die Sieger des zweiten Primus 4 Public Award der Kleinen Zeitung.

Zwei Minuten können kurz sein, wenn es darum geht, neue Lebensräume zu schaffen oder ganze Regionen weiterzuentwickeln. Beim zweiten Primus 4 Public Award der Kleinen Zeitung präsentierten die 15 ausgewählten Finalisten ihre Projekte erstmals in kurzen Pitches. Trotz des Zeitlimits herrschte im Saal eine lockere, heitere Stimmung. Moderator Joschi Peharz sorgte für zahlreiche Lacher und führte kurzweilig durch den Abend, der nicht nur bei der Juryentscheidung Spannung bot, sondern auch Neugier auf jedes weitere Projekt weckte.
Unter den Gästen zahlreiche Vertreter aus Gemeinden und öffentlichem Leben. So verfolgten etwa Landesrätin Marika Lagger-Pöllinger, Landtagspräsident Andreas Scherwitzl, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister Silvia Häusl-Benz, Walter Zemrosser, Johannes Pirker und Martin Kulmer sowie Andreas Pregl, Geschäftsführer der Schuldnerberatung Kärnten, den Wettbewerb.
Während die Nominierten ihre Projekte vorstellten, lief im Hintergrund der Countdown – unmittelbar danach musste die Fachjury entscheiden. Angeführt wurde diese von Roland Murauer von CIMA Beratung + Management.

Mit ihm bewerteten Architektin Betina Hanel, Jutta Steinkellner, Abteilungsleiterin der Wirtschaftskammer Kärnten, Landesrätin Lagger-Pöllinger, Max-Peter Menzel von der Universität Klagenfurt, Kleine-Zeitung-Wirtschaftsressortleiter Uwe Sommersguter und Kathrin Stainer-Hämmerle, Rektorin der CUAS, die Projekte.

Die Bandbreite der Expertise spiegelte die Vielfalt der Kategorien wider: Baukultur, Digitalisierung, Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Mut.

Baukultur im Fokus
Was macht eine Gemeinde lebenswert? Diese Frage stand in der vom Amt der Kärntner Landesregierung unterstützten Kategorie Baukultur im Mittelpunkt. Das Drauforum Oberdrauburg, „Griffen – 30 Jahre Baukultur“ und das „Neue Forum Magdalensberg – Bildungszentrum“ zeigten unterschiedliche Antworten. Den Sieg holte das Bildungszentrum der Neuen Heimat in Magdalensberg. Es vereint Volksschule, Musikschule, Mediathek und Kindergarten unter einem Dach, bietet Platz für Vereine und setzt auf eine regionale Slow-Food-Küche.

Kärntens Kommunen maximal digital
Dass Innovation nicht bedeuten muss, alles neu zu erfinden, sondern auch heißen kann, Bewährtes weiterzuentwickeln, zeigte die Kategorie Digitalisierung. Unterstützt von der Wiener Städtischen Versicherung traten „Freiwillig bringt’s“ aus Velden, die Villach Bonus App und „Job the Lake“ der Wörthersee-Rosental Tourismus GmbH an. Den Primus holte „Job the Lake“. Die Initiative will die Region nicht nur als Urlaubsziel, sondern auch als Arbeits- und Lebensraum positionieren. Eine gemeinsame digitale Infrastruktur soll Betriebe bei der Suche nach Fachkräften unterstützen.

Großartige Ideen sichtbar machen
Solche Ideen sichtbar zu machen, sei ein wichtiges Anliegen der Kleinen Zeitung, sagte Geschäftsführer Christopher Weiss: „Kärnten kann so viel.“ Man wolle den klugen Köpfen in den Gemeinden eine Bühne geben und zeigen, was im öffentlichen Bereich gut funktioniert. Chefredakteur Wolfgang Fercher betonte, dass die Zeitung nicht nur auf Missstände hinweisen, sondern auch innovative und kreative Projekte vor den Vorhang holen wolle.

Jede Menge tolle Infrastruktur
Wie eng Infrastruktur mit den Bedürfnissen der Bevölkerung verbunden ist, zeigte die Kategorie Infrastruktur mit ihren drei nominierten Projekten – unterstützt von Beton Dialog Österreich. TeamHaus Velden widmet sich dem Mitarbeiterwohnen im Tourismus, die Wolfsberger Stadtwerke wollen mit ihrer Arsenoxidations- und Filteranlage AROX die Wasserversorgung sichern.

Den Sieg sicherte sich das Kommunale Einsatzzentrum Radenthein. Feuerwehr, Bergrettung und Wirtschaftshof sind dort in einem ehemaligen Supermarkt untergebracht. Das spart Wege und Kosten, stärkt die Zusammenarbeit im Einsatzfall und vermeidet zusätzliche Bodenversiegelung.

Zukunftsfähige Gemeinden
Dass Zukunftsfähigkeit nicht nur eine Frage von Technik ist, machte die Kategorie Nachhaltigkeit deutlich. „Nachhaltigkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, betonte Max-Peter Menzel von der Universität Klagenfurt. Die kommunale Stromoptimierung in Spittal an der Drau und der Klima-Energie-Preis der Stadtgemeinde Wolfsberg zeigten, wie Gemeinden Energie sparen und Menschen für Klimaschutz sensibilisieren können.

Ausgezeichnet wurde „Refugium“ der IPAK GmbH. Das Projekt will kirchliche Gebäude, Gärten und Innenhöfe in Klagenfurt als kühle Rückzugsorte zugänglich machen – eine Antwort auf die zunehmende Hitzebelastung im Stadtraum. Die Kategorie unterstützten Landeswohnbau Kärnten, Neue Heimat und der Österreichische Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen.

Mut als Mission
Zum Abschluss stand der Mut im Mittelpunkt: jene Bereitschaft, neue Wege einzuschlagen und über Gemeindegrenzen hinauszudenken. Die Kärntner Sparkasse Privatstiftung unterstützte die Kategorie, in der der Bürgermeister-Podcast von Kartnig Consulting und der integrierte Regionalentwicklungsprozess der Stadt-Umland-Regionalkooperation Villach gegen die Althofener Meisterklassen und Meisterklänge antraten. Das Musikprojekt gewann. Es bringt klassische Musik an unterschiedliche Orte in Althofen und schafft Begegnungen über kulturelle Grenzen hinweg.

Die begehrte Trophäe
Neu war heuer auch die Trophäe: „Genesis“ wurde von Mia Hartwig, Schülerin der Ortweinschule, entworfen und in Kooperation mit Gaulhofer umgesetzt. Die eingearbeiteten Handabdrücke symbolisieren das Zusammenführen von Menschen und Ideen. Für die technische Umsetzung des Abends sorgte die Droneberger Showtechnik GmbH.
