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Kulturforum Villach: Geröllfeld im Jazz

TSOMBANIS 4 im Villacher Kulturhofkeller.

© Waldner
Anna Tsombanis und Herbert Pirker in Villach
Gilbert Waldner

Wenn man die in Wien lebende Berliner Tenorsaxophonistin Anna Tsombanis spielen hört, wundert man sich nicht, dass sie mit Anfang 30 schon zwei eigene Alben herausgebracht hat. Das dritte nimmt sie gerade live auf – direkt auf Tournee u.a. am Mittwoch im Villacher Kulturhofkeller. Was neben der ungewöhnlichen Besetzung ihres Quartetts „TSOMBANIS 4“ mit zwei Kontrabässen (Beate Wiesinger und Andreas Waelti) plus Schlagzeug (Herbert Pirker) auffällt, ist ihr außergewöhnlich warmer, weicher Ton. Als hätte sich einer dieser alten Saxophon-Heroen aus den 40er und 50er Jahren in den aktuellen Jazz gebeamt. Denn diese mächtige Rhythmusgruppe ist alles andere als von gestern. Wie Wiesinger und Waelti sich da rechts und links von Tsombanis die Bälle zuwerfen und deren Spiel quasi durchdringen, ohne es zu dominieren, ist schon beeindruckend.

Experimentierfreude trifft Entspanntheit

Und dann ist da noch Herbert Pirker, der komplex-kontrastierend immer wieder die Rollen wechselt: vom Drummer zum Perkussionisten und wieder zurück. Diese Band strahlt bei aller Virtuosität und Experimentierfreude Entspanntheit aus. Tsombanis lotet in Eigenkompositionen ihre dynamischen Möglichkeiten immer eher im unteren Bereich aus und verschafft sich dadurch nur umso intensiver Gehör. Das in zwei Songs betitelte „Geröllfeld“ schüttet die Rhythmusgruppe aus, sie lässt inzwischen den Blick über das Bergpanorama schweifen. Berührend der letzte Song des offiziellen Programms, ein geradezu hymnisches „Alles fließt, nichts bleibt“.