Cold Case nach 66 Jahren gelöst: Mord-Ermittler tötete Achtjährige
Mehr als sechs Jahrzehnte blieb der Mord an der achtjährigen Gloria Kowalewicz ungeklärt. Nun haben Ermittler in Chicago den inzwischen verstorbenen Ex-Polizisten Thomas F. McInerney Jr. als mutmaßlichen Täter identifiziert. Er arbeitete selbst als Mord-Ermittler.

Am 12. November 1960 wollte Gloria Kowalewicz in Chicago den Morgengottesdienst besuchen. Doch das Mädchen kam nie in der Kirche an. Wenige Stunden später wurde die Leiche des Kindes in einem Graben gefunden. Gloria war durch zwei Schüsse in den Kopf getötet worden. Zudem bestand der Verdacht eines sexuellen Missbrauchs.
Die Polizei befragte rund 1300 Personen, doch der Täter blieb unbekannt. Gesicherte biologische Spuren konnten mit den damaligen technischen Möglichkeiten nicht ausgewertet werden. Der Fall wurde zum Cold Case.
DNA und Fingerabdrücke führen zum Täter
Erst moderne forensische Methoden brachten den Durchbruch. Ermittler untersuchten die alten Beweismittel erneut und stießen auf eine DNA-Spur, die Thomas F. McInerney Jr. zugeordnet werden konnte. Auch ein Fingerabdruck, der an Glorias Gebetstasche gesichert worden war, stimmte mit den bei McInerneys Einstellung in den Polizeidienst aufgenommenen Abdrücken überein.
Der ehemalige Armeeangehörige war 1959 zur Polizei von Chicago gekommen und später zum Detective aufgestiegen. Nach fast drei Jahrzehnten im Polizeidienst ging er in den Ruhestand. 2006 starb er im Alter von 70 Jahren in Las Vegas.
Ermittler prüfen weitere ungeklärte Verbrechen
Die Polizei zeigt sich erschüttert darüber, dass ein ehemaliger Kollege als mutmaßlicher Kindermörder identifiziert wurde. Nun soll geprüft werden, ob McInerney auch mit anderen ungeklärten Verbrechen in Verbindung steht. Das FBI hat angekündigt, möglichen Hinweisen aus der betreffenden Zeit nachzugehen.