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Wo in der Oststeiermark gerade Kiwis geerntet werden

Hannes Bischof baut auf seinem Obsthof bei Gleisdorf Kiwis an. Wie der 45-Jährige auf die exotische Frucht gekommen ist und warum sie nach der Ernte drei Wochen reifen muss.

© KLZ / Veronika Teubl-Lafer
Hannes Bischof kam vor zehn Jahren auf die Kiwi
Veronika Teubl-Lafer
Von   und Lorenz Fetz

Klein, oval, behaart und schön gebräunt äugt sie aus ihrem dichten Rebenlaub: Die Kiwi. Während in der Oststeiermark andererorts gerade Walnüsse und Maroni gesammelt werden, läuft im Obstgarten von Hannes Bischof in Gamling bei Gleisdorf die Kiwiernte auf Hochtouren.

Auf rund einem Hektar kultiviert er hier seit zehn Jahren die ursprünglich aus Ostchina stammende Frucht. „Es ist doch eher eine geringe Menge, die wir jährlich ernten, auf unserer Obstwirtschaft ist es eher ein Spaßprojekt“, sagt Bischof und lacht. So werden auf seinem Obsthof, auch Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Marillen und Zwetschken angebaut.

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Hannes Bischof bei der Kiwi-Ernte in seiner Plantage

Ende der Obstsaison

Auf die Kiwi gekommen ist der 45-jährige Obstbaufacharbeiter während seines Praktikumsaufenthaltes in Neuseeland. „Wir hatten bereits davor ein paar Sträucher neben dem Haus, aber da sah ich das erste Mal, wie eine Kultur im größeren Stil funktioniert“, erklärt Bischof. Mit einer Reihe startete er daheim in Gamling seinen ersten Versuch. „Es hat nicht schlecht funktioniert, darum haben wir in den darauffolgenden Jahren weitere Pflanzen gesetzt“, so Bischof.

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Geerntet wird im Oktober per Hand

Am Obsthof Bischof läutet die Kiwi-Ernte das Ende der Obstsaison ein. Es ist die letzte Frucht, die ihren Weg vom Baum in die Kiste findet. Geerntet wird per Hand. In den Anlagen sind gerade Erntehelfer zugange, die pelzigen Früchte in Pflücksäcke zu legen. Noch sind sie fest. „Die Früchte kommen dann ins Kühllager, um nachzureifen, in drei bis vier Wochen sind sie genussreif“, erklärt Bischof.

Warum schon jetzt geerntet wird? „Das Problem ist der Frost, wenn der die Früchte erwischt, bekommen sie Schäden“, so der Obstbaufacharbeiter. Der Frost bereitet auch im Frühjahr immer wieder Probleme. „Vor zwei Jahren konnten wir aufgrund des Spätfrostes gerade einmal 40 Früchte ernten“, erklärt er.

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Der Stiel an den Früchten ist Bischofs Markenzeichen

Spätfrost als Gefahr

Sonst sei die exotische Pflanze allerdings mit den klimatischen Bedingungen in der Oststeiermark sehr zufrieden. „Bis auf die Spätfröste ähnelt unser Klima dem in Neuseeland“, so Bischof. Auch Schädlinge gibt es in unseren Breiten noch keine. Bis die Pflanzen im Vollertrag sind, braucht es allerdings Geduld. „Im vergangenen Jahr hatten wir mit rund 300 Kilogramm erstmals eine wirklich gute Ernte“, sagt Bischof. Auch heuer rechnet er mit derselben Menge. Das Frühjahr war für die Kiwi perfekt.

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Die Exoten fühlen sich auch in der Oststeiermark wohl

Im Juni reckte die Exotin am Südhang ihre großen, weißen Blüten gegen die Sonne. Die Bestäubung der weiblichen und männlichen Pflanzen erfolgt über Insekten. Die „bischöflichen“ Bienen, die in ihren bunten Behausungen in Reih und Glied rund um den Bauernhof zu finden sind, hatten alle Hände voll zu tun.

Spätfrost gab es heuer keinen, dafür bereitet im Sommer die Dürre Kopfzerbrechen. „Die Kiwi braucht viel Wasser, wir mussten darum sehr viel bewässern.“ Einige Früchte blieben klein, die Erntemenge sei aber trotzdem zufriedenstellend, so der Obstbauer.

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Verkauft werden die Früchte ab Hof, am Gleisdorfer Bauernmarkt sowie in umliegenden Selbstbedienungsläden

Von Marmelade bis Kuchen

Die erste Großkiste ist voll. Nachdem Bischof sie mit dem Traktor ins Kühllager gebracht hat, beginnen die Erntehelfer die zweite Kiste zu befüllen. „Durch ihre harte Schale sind die Früchte nicht so empfindlich, wichtig ist, dass wir sie samt Stiel pflücken“, erklärt Senior-Chefin Maria Bischof, die beim Ernten fleißig mithilft.

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Auf einem Hektar werden am Obsthof Bischof Kiwis angebaut

Die Nachfrage nach den oststeirischen Kiwis ist groß. „Die Leute fragen schon immer, wann es wieder welche gibt“, sagt Bischof und lacht. In spätestens vier Wochen wird es endlich wieder soweit sein. Verkauft werden die Früchte ab Hof, am Gleisdorfer Bauernmarkt und in regionalen Selbstbedienungsläden, etwa in Ilz oder Sinabelkirchen.

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Die oststeirischen Kiwis zeichnen sich durch einen intensiven Geschmack aus, sind leicht säuerlich und sehr süß
Die oststeirischen Kiwis zeichnen sich durch einen intensiven Geschmack aus, sind leicht säuerlich und sehr süß © KLZ / Veronika Teubl-Lafer

„Sie eignen sich auch durchaus als Alternative zu Mandarinen für ein regionales Nikolaussackerl“, meint der Obstbauer. Auch in Marmeladen, Chutneys, Smoothies, Desserts oder Kuchen findet sie gerne Verwendung. „Die meisten essen sie aber einfach so“, berichtet Bischof. Die letzten Früchte verkauft der Obstbauer im Jänner.

Und wie schmecken nun die oststeirischen Kiwis? „Etwas säuerlich, schön frisch und süß, fast schon wie ein Zuckerl“, sagt Bischof und lacht.