Knapp und immer teurer: „Lage bei Diesel extrem angespannt“
Energieagentur warnt vor anhaltender Diesel-Knappheit bis weit ins Jahr 2027 hinein. Es werden „weitreichende wirtschaftliche Folgen befürchtet“.

Verbraucher und Unternehmen müssen sich auf eine anhaltende Dieselknappheit bis weit ins kommende Jahr hinein einstellen. Davor warnt die Internationale Energieagentur (IEA) in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht. Die Lage an den Dieselmärkten sei extrem angespannt. Grund dafür sei, dass die Lagerbestände vor dem Winter ungewöhnlich stark abgebaut worden seien. Zugleich bleibe die Produktion eingeschränkt.
Die Gewinnspannen der Raffinerien für Diesel waren infolgedessen im September auf einen Rekordwert von fast 95 Dollar (84,91 Euro) pro Barrel gestiegen.
Auslöser für die Verknappung sind Produktionsausfälle infolge von Angriffen im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Allein im September seien die Dieselausfuhren aus dem Nahen Osten und Russland um zusammen 1,3 Millionen Barrel pro Tag zurückgegangen, teilte die Agentur mit. Um die Preise zu dämpfen, koordinieren die IEA-Mitgliedsländer derzeit die Freigabe von 100 Millionen Barrel Öl und Diesel aus ihren strategischen Reserven.
„Kosten belasteten Realeinkommen und Konjunktur“
Die IEA warnte zudem vor weitreichenden wirtschaftlichen Folgen. Die Rekordpreise für Diesel trieben bereits die Kosten für Waren in die Höhe, belasteten die Realeinkommen und die Konjunktur. Zwar erwarte die IEA eine Erholung der weltweiten Raffinerieproduktion gegen Ende des Jahres. Dies werde jedoch nicht ausreichen, um das in diesem Jahr entstandene Defizit auszugleichen. Für 2027 rechnet die IEA jedoch mit einem Anstieg des weltweiten Ölangebots, der den Markt wieder in einen Überschuss kippen lassen könnte.