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Reinhard Lerchbammer zieht sich aus Leobener Stadtpolitik zurück

Nach zwölf Jahren in der Kommunalpolitik legt der 33-jährige ÖVP-Stadtparteiobmann Reinhard Lerchbammer seine politischen Funktionen zurück. Künftig wolle er sich stärker seiner Familie widmen.

© KLZ / Vanessa Gruber
Reinhard Lerchbammer legt seine Mandate als Stadt- und Gemeinderat in Leoben zurück
Vanessa Gruber
Redakteurin Regionalredaktion Leoben

„Nach zwölf Jahren mit Herzblut für Leoben habe ich mich entschieden, mich aus der aktiven Kommunalpolitik zurückzuziehen“, teilt der 33-jährige Reinhard Lerchbammer Mittwochvormittag mit. Er legt sowohl seine Funktion als Stadtparteiobmann der ÖVP Leoben als auch seine Mandate als Stadt- und Gemeinderat zurück. „Ich habe diese Aufgabe unglaublich gerne erfüllt, durfte viele Impulse setzen und zu Verbesserungen in unserer Stadt beitragen. Besonders berührt hat mich das Vertrauen jener, die mich über Parteigrenzen hinweg gewählt und unterstützt haben. Ich bin und bleibe ein hochpolitischer Mensch“, sagt Lerchbammer.

Seinen politischen Rückzug habe er sich schon länger überlegt. Ausschlaggebend seien vor allem familiäre Gründe gewesen: „Meine Kinder sind in einem Alter, in dem sie meine ungeteilte Aufmerksamkeit brauchen. Mein Jüngster ist im Dezember des Vorjahres auf die Welt gekommen. Ich will jetzt noch mehr für meine Familie da sein und mit meiner Frau das Abenteuer Kindererziehung noch umfangreicher erleben“, erklärt der Vater zweier Söhne.

Zwischen Familie, Beruf und Ehrenamt

Auch beruflich und ehrenamtlich sei Lerchbammer stark eingespannt. Neben seiner Tätigkeit an der Montanuniversität engagiert er sich unter anderem als Notfallsanitäter beim Roten Kreuz. Für die Gemeindepolitik fehle ihm künftig die nötige Zeit. „Und ich bin nie für das passive ,Handerlheben‘ oder das Sesselkleben in der Gemeinde gestanden“, betont Lerchbammer. 2015 gab er als damals jüngster Stadtrat der Steiermark sein politisches Debüt. „Es hat immer wieder harte Wortgefechte gegeben, aber man ist sich stets mit Respekt begegnet“, fügt er hinzu.

Ich habe diese Aufgabe unglaublich gerne erfüllt, durfte viele Impulse setzen und zu Verbesserungen in unserer Stadt beitragen.

— Reinhard Lerchbammer, ÖVP Leoben

Seine Mandate wird Lerchbammer bei der nächsten Gemeinderatssitzung Anfang Dezember zurücklegen, seine Funktion als Parteiobmann gibt er mit sofortiger Wirkung ab. Seine Stellvertreterin Renate Gesslbauer übernimmt interimistisch. Zu einem potenziellen Nachfolger oder einer potenziellen Nachfolgerin wollte sich Lerchbammer nicht äußern. Diese Entscheidungen werde man parteiintern regeln.

Reaktionen aus der Politik

Sein angekündigter Rückzug wird auch vom politischen Mitbewerb kommentiert. FPÖ-Vizebürgermeister Florian Wernbacher zeigt sich überrascht und betont den gegenseitigen Respekt, der die Zusammenarbeit geprägt habe: „Reinhard Lerchbammer hat sich über viele Jahre mit großem Einsatz für Leoben engagiert und die Stadtpolitik damit mitgeprägt. Seine Entscheidung, künftig mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen, verdient höchsten Respekt“, so Wernbacher.

© KLZ / Andreas Schöberl-Negishi
Florian Wernbacher (FPÖ) und Reinhard Lerchbammer (ÖVP)