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Revolutionäre Cockpits, atemberaubende Formen, neue Antriebe

Stellantis ordnet sein Mehrmarkenreich neu: Auf der Paris Motorshow zeigen Peugeot, Citroën, Fiat, Opel und DS die Zukunft ihre Visionen für Europas Autoindustrie.

Überraschung bei der Paris Motor Show: Die Stellantis-Weltpremieren
Didi Hubmann
Wirtschaft, Mobilität, Gesundheit

Papageien fliegen kreischend aufs Dach einer riesigen Halle, in der einst Zeppeline gebaut wurden. Im Hangar Y in Meudon (Paris) steht ein Laufsteg, auf dem die Zukunft von Stellantis (Peugeot, Citroën, Fiat, Alfa, Opel, DS) auffahren wird. John Elkann, der Enkel des legendären Gianni Agnelli und Aufsichtsrat von Stellantis, wird gleich die Bühne betreten und sagen, dass es der markanteste Auftritt sein wird, den die Stellantis-Marken je auf einer Pariser Motorshow hatten.

Zugleich hat man sich zu einem wirtschaftspolitischen Schulterschluss entschlossen. Mit dem Volkswagen-Konzern teilt man sich eine Halle bei der Paris Motor Show auf dem Palexpo-Gelände. Man fordert ein, dass Chinas Hersteller in Europa zu gleichen Bedingungen – Energie-, Arbeits-, Materialkosten – produzieren sollen. Nur so könne es einen fairen Vergleich geben. Stellantis-CEO Antonio Filosa spricht vom Stolz, dass die Stellantis-Autos in Europa erdacht und gebaut werden. „Gemacht aus der europäischen Kultur.“ Neue Plattformen, kleine, leistbare E-Autos, revolutionäre Cockpits, neue Antriebe, 50 neue Autos bis 2030 – so schaut diese Zukunft aus.

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Comeback der Ente, aber elektrisch: Citroën 2 CV
Comeback der Ente, aber elektrisch: Citroën 2 CV © AFP/Mehdi Fedouach

Orange der Auftritt, Knallgelb der Innenraum, Sitzbänke statt der klassischen Sitze, ein Picknickkorb statt der Mittelkonsole, ein Autoradio als portable Musicbox, nun ja, eben fürs Picknick. Zu 85, 90 Prozent werden wir dieses Auto genauso auf der Straße sehen – Citroën hat den 2 CV, liebevoll Ente genannt, reanimiert. Als Elektroauto um 15.000 Euro Startpreis. 3,76 statt der alten 3,85 Meter ist die elektrische Ente jetzt lang. Sie soll eine Marktlücke abdecken, Europa ist der einzige Markt, der sich nicht von Covid erholt hat, drei Millionen neue Autos weniger zählt man pro Jahr, 60 Prozent davon leistbare Autos in der 15.000-Euro-Liga. Deshalb die Ente, jetzt, um diesen Preis.

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Peugeot E-T16: Design-Ausblick auf den 208-Nachfolger.
Peugeot E-T16: Design-Ausblick auf den 208-Nachfolger.

Peugeot-Chef Alain Favey feiert zwei Weltpremieren und liefert konkrete Anhaltspunkte für die unmittelbare Zukunft: Der Peugeot E-T16 Concept liefert schon eine Design-Vorschau auf den 208er-Nachfolger – die Designsprache „Feline Future“ (auf Deutsch: „Katzenhafte Zukunft“) wird damit offenbart, sie wird den 208er-Nachfolger prägen. Der E-Antrieb, 816 PS, drei E-Motoren – das ist nur Beiwerk. Es geht um die Vorschau und natürlich um das Cockpit, das Peugeot revolutionieren will. Wir haben es beim ersten Test so beschrieben: „Das Lenkrad schaut aus wie aus einem Computerspiel, es ist ein neuer technischer Zugang – es gibt keine Lenksäule mehr, keine mechanische Verbindung zwischen dem Lenkrad und den Vorderrädern. Die Lenkbefehle werden über elektrische Signale übertragen. Sensoren sind im Lenkrad eingebaut, die die Lenkbewegungen an ein Steuergerät weitergeben, dieses wiederum übersetzt diese Bewegungen in einen digitalen Kontext, den die E-Motoren, die jetzt die Räder lenken, verstehen. Gleichzeitig kalkuliert das System, wie die Reaktionen für den Fahrer am Lenkrad definiert werden, damit der Fahrer ein richtiges G‘spür fürs Lenkrad entwickelt. Das System ist mehrfach abgesichert, falls etwas ausfallen sollte. So setzt man sich hinters Lenkrad, das aussieht wie eine Kreuzung zwischen einem F1-Lenkrad und einem Gaming-Controller. Rechteckig, vier Löcher, Sensoren für diverse Funktionen.“ Der Peugeot RCZ Vision, die zweite Weltpremiere, soll demonstrieren, wie emotional E-Autos sein können – für dieses Layout bräuchte man aber Feststoffbatterien. Peugeot-Chef Alain Favey bestätigt im Gespräch, dass man sich in Zukunft innerhalb des Stellantis-Konzerns stärker differenzieren werde, auch bei den Bedienelementen. Die „Made-in-Europe“-Strategie des Konzerns drückt er so aus: „Wer einen Peugeot kauft, gibt einen Beitrag zum europäischen Wohlstand. Denn es ist nicht garantiert, dass es in 20 Jahren so eine Autoindustrie, wie wir sie heute kennen, noch gibt. Es hängt auch von uns ab, ob wir das alles zu einem attraktiven Preis anbieten können.“

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Schön praktisch, sozusagen: Fiat Multiplay
Schön praktisch, sozusagen: Fiat Multiplay

Fiat gräbt in Paris Anleihen eines Autos aus, das in der Vergangenheit für viel Polarisierung gesorgt hat. Aus dem Multipla wird der Multiplay, viel verträglicher für das Auge – und durch neue Techniken und Digitalisierung auch viel variabler. 4,45 ist er lang, durch schlaue Lösungen kann man den Van sogar als Pick-up verwenden. Fiat erklärt das so: „Die C-Säulen-Architektur ‚Metamorfosi‘ lässt das Heckmodul auf Schienen gleiten – und verwandelt dadurch den 6+1-Sitzer für die Familie in einen viersitzigen Pick-up mit offener Ladefläche.“ Auch neu in Paris: Der Grizzly mit Hybrid und Elektro-Antrieb.

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Opel STX: Und der Kombi hat doch eine Zukunft
Opel STX: Und der Kombi hat doch eine Zukunft

Bei Opel zeigt man mit dem STX einen Ausblick auf mögliche neue Kombi-Varianten. Freilich elektrisch, mit 800-V-Architektur. Opel-Chef Florian Hüttl betont, dass Opel nach wie vor eine wichtige Rolle bei Stellantis inne habe. „In den nächsten zwei bis drei Jahren werden wir eine Milliarde in ein neues Entwicklungszentrum investieren.“ Das sei „ein Beweis, dass sich die Transformation lohne“. Der Standort insgesamt werde freilich redimensioniert, aber die nächste Astra-Generation komme wieder aus dem Stammwerk in Rüsselsheim. Die Kooperation mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor werde die Marke nicht verwässern, betont Hüttl. Man habe eine klare Rolle, sei die meistverkaufte Stellantis-Marke in Deutschland, England, Österreich.

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Alfa Cuorerosso: Was für ein Auftritt
Alfa Cuorerosso: Was für ein Auftritt © AFPH

Worauf wartet Alfa bitte noch? Den Designprozess für den Cuorerosso beschreibt man blumig: „Zunächst entstand das Konzept aus einem einzigen Block, ohne Räder, Verglasung, Lichtsignaturen oder weitere Details – wie eine Skulptur.“ Ein Auto wie eine Skulptur, Alfa müsste jetzt Mut und Flagge zeigen und dieses Design in eine neue Giulia fließen lassen, zum Beispiel.

Luftfahrwerk und eine Keramikbremsanlage sind genauso selbstverständlich wie unterschiedliche Antriebe (vollelektrisch, Plug-in-Hybrid-, Mild-Hybrid- und Vollhybridlösungen). Einen Motor stellt man für den 4,70 Meter langen Alfa in die Auslage: „Denkbar wäre beispielsweise ein V6-Verbrennungsmotor mit 2,9 Litern Hubraum in Kombination mit Vollhybridtechnologie, Q4-Allradantrieb, Automatikgetriebe und einer Kardanwelle aus Kohlefaser“, heißt es.

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Kompakte Designstudie, die Lust auf mehr macht: DS F3VER
Kompakte Designstudie, die Lust auf mehr macht: DS F3VER

Starkes Lebenszeichen von DS: Das Konzeptfahrzeug DS F3VER mit „skulpturalen Formen und einer markanten Lichtsignatur“ komprimiert die Idee eines luxuriösen, französischen Kleinwagens auf 4,19 Meter, einer Breite von 1,85 Metern und einer Höhe von 1,46 Metern.