Papst musste wegen Lungentumor operiert werden
Papst Leo XIV. wurde ein bösartiger Gewebeknoten in der Lunge entfernt. Der Eingriff verlief ohne Komplikationen. Seine Termine bis 20. Oktober wurden abgesagt.

Papst Leo XIV. ist im Agostino-Gemelli-Krankenhaus in Rom zwecks Entfernung eines Lungenadenokarzinoms im frühen Stadium operiert worden. Der Eingriff sei planmäßig und ohne Komplikationen abgeschlossen worden, teilte der Vatikan mit. Der rechte Unterlappen der Lunge wurde in videoassistierter Technik entfernt.
„Die intraoperative histologische Untersuchung bestätigte die Diagnose eines Lungenadenokarzinoms, wie aufgrund der präoperativen Untersuchungen vermutet worden war“, teilte der Vatikan in einem Bulletin mit. Die Dauer des Eingriffs betrug etwa 90 Minuten, der Heilige Vater verbrachte circa drei Stunden im Operationssaal. Der Eingriff sei gelungen, Komplikationen seien nicht aufgetreten. Nach der Operation wachte der Papst auf und kehrte nach einer kurzen Beobachtungsphase in sein Zimmer im zehnten Stock des Krankenhauses zurück.
Thoraxchirurgie-Experte Stefano Margaritora operierte den Papst
Ein Lungenadenokarzinom ist eine bösartige Form von Lungenkrebs. Es gehört zur Gruppe der nicht-kleinzelligen Lungenkarzinome und ist eine der häufigsten Formen von Lungenkrebs. Operiert wurde der Papst vom 66-jährigen Stefano Margaritora, der die Abteilung für Thoraxchirurgie im Gemelli-Krankenhaus leitet. Er gilt als Spezialist bei der Behandlung von Lungenerkrankungen und Tumoren des Brustkorbs.
Leo XIV. hatte am Dienstag im Auto das Krankenhaus erreicht. Begleitet wurde das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche von seinem Leibarzt Luigi Carbone. Der Papst wirkte bei seiner Ankunft ruhig und lächelte. Zahlreiche Menschen hatten bereits seit dem Morgen vor dem Krankenhaus auf ihn gewartet. Leo XIV. grüßte die Menge kurz, ohne stehen zu bleiben. Dabei schien er sichtlich bewegt von den Zeichen der Zuneigung.
Alle Termine des Oberhauptes der römisch-katholischen Kirche wurden bis zum 20. Oktober abgesagt. Höchste Sicherheitsvorkehrungen wurden wegen der Spitaleinlieferung des Papstes ergriffen. Der bei Papst Leo XIV. festgestellte Gewebeknoten wurde bei routinemäßigen Kontrolluntersuchungen entdeckt, hatte die Pressestelle des Vatikan auf Nachfrage von Journalisten am Montag mitgeteilt. Demnach wurde der Befund im Rahmen einer regulären Vorsorgeuntersuchung festgestellt und nicht aufgrund akuter Beschwerden, die weitere Untersuchungen erforderlich gemacht hätten, etwa einer Entzündung oder einer Infektion.
Starke Sicherheitskontrollen
Erwartet wird, dass der Papst auch über das Wochenende im Spital bleibt. Nicht ausgeschlossen wird, dass der Pontifex am Sonntag von einem Balkon des Krankenhauses das Angelusgebet spricht.
Mit der Ankunft des Papstes im Krankenhaus wurde eine Flugverbotszone über dem gesamten Klinikgelände eingerichtet, berichtete die römische Tageszeitung „Il Messaggero“. Einsatzkräfte überwachten den Luftraum mit Hubschraubern, Drohnen und Anti-Drohnen-Systemen. Mithilfe spezieller Abwehrtechnik sollen unbefugte Beobachtungen aus der Luft verhindert werden. Darüber hinaus werden die Sicherheitskontrollen zum Schutz sämtlicher technischer Systeme der Klinik, insbesondere der IT-Netzwerke, verstärkt. Dafür soll hoch spezialisiertes technisches Personal eingesetzt werden.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Sicherheitskonzepts ist der Schutz der medizinischen Daten des Papstes. Es soll verhindert werden, dass Untersuchungsergebnisse oder Informationen über seinen Gesundheitszustand an die Öffentlichkeit gelangen. Zum Schutz der Privatsphäre des Kirchenoberhaupts werden klinische Untersuchungen, biologische Proben und Blutanalysen voraussichtlich unter alphanumerischen Codes oder Pseudonymen registriert und in den Laboren verarbeitet. Angesichts der Bedrohungen durch hybride Kriegsführung besteht zudem die Gefahr von Hackerangriffen.
Louis Prevost zeigte sich zuversichtlich
Der Bruder von Papst Leo XIV., Louis Prevost, rief die Gläubigen auf, für einen erfolgreichen Eingriff bei dem Kirchenoberhaupt zu beten. „Ich bitte Sie, ihn in Ihre Gebete einzuschließen, damit die Operation gut verläuft und es keine weiteren Komplikationen gibt“, sagte Prevost der italienischen Zeitung „Corriere della Sera“.
Louis Prevost zeigte sich zuversichtlich, dass sich der Papst vollständig erholen werde. „Ich bin sicher, dass er sich vollständig erholen und seine Aufgabe als Oberhaupt der katholischen Kirche fortsetzen wird“, sagte der 74-Jährige, der in Florida lebt. Auch Louis Prevost selbst befindet sich nach Angaben der Zeitung derzeit wegen einer Krebserkrankung in den USA im Krankenhaus.
Schönborn und Lackner senden Genesungswünsche - Grünwidl: Betet
Kardinal Christoph Schönborn sandte Papst Leo am Dienstag Genesungswünsche. „Lieber Heiliger Vater, in diesen sorgenvollen Stunden sind wir Ihnen im Gebet besonders nahe. Möge der Herr Ihnen Kraft und Zuversicht schenken und die Hände der Ärzte führen“, schrieb der emeritierte Wiener Erzbischof laut Kathpress in Sozialen Medien. Er wünsche Leo „Gottes Segen und eine gute Genesung“, so Schönborn. „Die ganze Kirche Österreichs ist Ihnen nahe, Heiliger Vater!“, ließ auch Österreichs Bischofskonferenz-Vorsitzender Franz Lackner wissen und rief zum Gebet für Leo XIV. auf. Schönborns Nachfolger als Erzbischof von Wien, Josef Grünwidl, bat in einer Aussendung um Gebet für Papst Leo XIV. für die bevorstehende Lungenoperation.