Lilli Tagger: Zwei Niederlagen, aber die Richtung stimmt
Nach Peking kassierte Lilli Tagger auch in Wuhan eine Auftaktniederlage. Weiter geht es für die Lienzerin in Osaka.
Im ersten Satz konnte sie fünf Satzbälle nicht nützen, im gesamten Spiel nur drei von 15 Breakbällen verwerten – unterm Strich zu wenig, um sich gegen die Nummer 29 der Weltrangliste durchzusetzen. Und so musste sich Lilli Tagger der Peking-Halbfinalistin Nikola Bartunkova in der ersten Runde des WTA-1000-Turniers von Wuhan nach 2:49-Stunden mit 6:7, 6:2, 1:6 geschlagen geben. Für die erst 18-jährige Osttirolerin war es nach Peking, wo sie gegen die Rumänin Elena-Gabriela Ruse den Kürzeren gezogen hatte, die zweite Auftakt-Niederlage in Folge. Im WTA-Computer rutscht die Lienzerin um einen Platz auf Position 56 ab.
Gegen Bartunkova fand Tagger im ersten Durchgang jeweils als Rückschlägerin beim Stand von 5:4 einen, und beim Stand von 6:5 vier Satzbälle vor. Allerdings ließ die um zwei Jahre ältere Tschechin gerade bei den Big Points ihre Klasse aufblitzen, wobei sie sich einmal eines glücklichen Rahmenschlags „bediente“. Die Matchstatistik weist eine grundsätzlich ausgewogene Bilanz aus. Bartunkova fabrizierte zwar mehr unerzwungene Fehler (35:30), verzeichnete aber auch mehr Winnerschläge (31:27). Insgesamt machte die Tschechin, die jedoch mit 13 Doppelfehlern eine haarsträubende Aufschlagleistung servierte, nur um vier Punkte mehr als Tagger (112:108).
Trotz der zwei Auftaktniederlagen bei den beiden chinesischen Großturnieren kann die Österreicherin durchaus positiv resümieren. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass Tagger erst Mitte April dieses Jahres erstmals in die Top 100 eingezogen ist, Ende Juli zum ersten Mal Top-50-Luft geschnuppert hat und es natürlich entsprechende Zeit benötigt, um sich auf diesem Level zu etablieren. Außerdem ist es unübersehbar, dass das Nachwuchs-Ass nach wie vor mitten in seiner Entwicklung steckt. Zwar verfügt sie über ein außergewöhnlich großes Schlagrepertoire, doch fehlt es noch an der nötigen Konstanz, um auch in dieser Liga, die so gut wie keine Fehler mehr verzeiht, reüssieren und Siege am laufenden Band abliefern zu können.
Weiter geht es für Tagger ab 19. Oktober beim 250er-Turnier im japanischen Osaka. Danach folgen noch die Einsätze in Guangzhou (CHN) sowie der Saisonabschluss in Chennai (IND/jeweils 250er).