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Ex-Kika/Leiner-Chef Wieser muss weiter in U-Haft bleiben

Gericht verlängerte die U-Haft vorerst bis 14. Dezember 2026. Die Vorwürfe wegen schweren Betruges bestreitet der letzte Kika/Leiner-Manager weiterhin.

© APA / Harald Schneider
Der frühere Kika/Leiner-Geschäftsführer Hermann Wieser bestreitet, an Malversationen rund um die Pleite des Möbelhauses beteiligt gewesen zu sein. Er sitzt seit 30. August wegen Betrugsverdachts in U-Haft.

Das Straflandesgericht Wien hat am Dienstag die U-Haft über den Ex-Kika/Leiner-Chef Hermann Wieser bis 14. Dezember 2026 verlängert. Das bestätigte eine Gerichtssprecherin. Wieser habe auf die Durchführung der Haftverhandlung verzichtet, seine Verteidigung könne noch Beschwerde gegen den Beschluss einbringen. Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) wirft dem früheren Kika/Leiner-Chef unter anderem Betrug vor, dieser bestreitet die Vorwürfe.

Zur Vorgeschichte: Vor gut zwei Jahren sorgte das Sturmtief „Boris“ für Schäden von über einer Milliarde Euro. Kika/Leiner bot damals unter Geschäftsführer Wieser einen Unwetter-Nachlass für Kundinnen und Kunden von 20 Prozent an – laut WKStA zu einem Zeitpunkt, als es dem Einrichtungshaus schon an liquiden Mitteln mangelte. Viele Kunden hätten daraufhin in gutem Glauben neue Möbel angezahlt, aber keine Einrichtungsgegenstände erhalten – und auch keine Rückzahlung ihrer Anzahlungen. Laut Staatsanwaltschaft sind zumindest 4.700 Kundinnen und Kunden betroffen, die Schadensumme liege bei mindestens 15 Mio. Euro.

Zudem hegen die Ermittler den Verdacht, dass der ehemalige Kika/Leiner-Manager kurz vor der Insolvenzeröffnung gezielt Vermögen der Möbelkette beiseitegeschafft habe, um die Befriedigung der zahlreichen Gläubiger im Insolvenzverfahren zu vereiteln oder zu schmälern. Er soll Zahlungen für Rechnungen ohne adäquate Gegenleistungen freigegeben und so insgesamt 1,1 Mio. Euro abgezogen haben, so der Vorwurf.

Wieser bestreitet die Vorwürfe

Wiesers Anwalt, Gerhard Podovsovnik, hatte nach Festnahme seines Mandanten Ende August sämtliche Vorwürfe bestritten und dessen Freilassung gefordert. Sein Mandant sei ein „Herzblutsanierer“, der „bis zuletzt mit aller Kraft um die Rettung und Sanierung des Unternehmens gekämpft“ habe, sagte er in einer Stellungnahme. Von einer persönlichen Bereicherung könne keine Rede sein. Für Wieser gilt die Unschuldsvermutung.

Die ehemals größte Möbelkette Österreichs schloss Anfang 2025 nach längerer Talfahrt ihre letzten Filialen. Zuvor hatte die mittlerweile pleitegegangene Signa des aktuell ebenso in U-Haft sitzenden René Benko die Kika/Leiner-Immobilien 2023 an den Grazer Immobilienentwickler Supernova verkauft und das operative Möbelgeschäft an Wieser abgegeben. Kurz darauf meldete das Unternehmen zum ersten Mal Insolvenz an. Nach der zweiten Insolvenz im November 2024 konnte das Management weder frische finanzielle Mittel noch einen Investor auftreiben, es folgte der Konkurs.