Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Ennstaler marschierte in voller Feuerwehrausrüstung für den guten Zweck

Der Pruggerer Daniel Schwab legte für den Verein „Feuerball“ 20 Kilometer in schwerer Einsatzbekleidung zurück. Sogar ein Atemschutzgerät hatte er geschultert.

© KK
Schwab auf seinem schweißtreibenden Benefizmarsch entlang der Donau
Benedikt Karl
Redakteur Regionalredaktion Liezen

„Die Füße, das war eigentlich das Schlimmste – eine blutige Geschichte“, antwortet Daniel Schwab auf die Frage nach den größten Strapazen auf seinem 20 Kilometer langen Marsch in voller Feuerwehrausrüstung inklusive schwerem Atemschutz. Eine Respektleistung, die der Pruggerer Florianijünger kürzlich im Rahmen einer Sportveranstaltung in Niederösterreich für den guten Zweck meisterte.

Die Einsatzstiefel, erklärt der 39-Jährige, seien einfach nicht fürs Marschieren gemacht. „Du kannst sie ja nicht schnüren wie einen Bergschuh.“ Nicht der einzige Ausrüstungsgegenstand, der ihm zu schaffen machte. „Die Einsatzjacke ist nicht atmungsaktiv, ich bin richtig ausgeronnen.“ Es sei ein warmer Herbsttag gewesen und er habe derart geschwitzt, dass irgendwann das Wort „Tropfsteinhöhle“ gefallen sei, berichtet er schmunzelnd.

Über 20 Kilo Ausrüstung

Als zusätzliche Herausforderung trug der hauptberufliche Postbuslenker auch noch ein Atemschutzgerät auf dem Rücken. „Das war aber nicht angeschlossen“, merkt er an und fügt beinahe entschuldigend hinzu: „Weil das bei dieser langen Distanz logistisch nicht machbar gewesen wäre.“ Insgesamt brachte sein „Marschgepäck“ stolze 20 bis 24 Kilogramm auf die Waage.

© KK
Der Pruggerer gemeinsam mit seiner Begleiterin Verena Huber kurz vor dem Ziel

Dieses stolze Gewicht schleppte Schwab in beachtlichen 3 Stunden und 57 Minuten ins Ziel. Womit er sich äußerst zufrieden zeigt: Die fünf Stunden, die er sich selbst als Limit gesetzt hatte, konnte er damit deutlich unterbieten. Auf den 20 Kilometern wurde er von seiner Cousine Verena Huber begleitet – eine Sicherheitsauflage des Veranstalters.

Geheime Vorbereitung

Obwohl überzeugt, dass er die Herausforderung schaffen würde, wollte der Ennstaler sein Vorhaben vorab nicht an die große Glocke hängen. Damit selbst seine Kameraden keinen Wind von der Sache bekamen, kaufte er sogar privat ein Atemschutzgerät. Dieses versteckte er beim Training in einem Rucksack. So konnte er unbemerkt seine Runden entlang der Enns und auf den Waldwegen rund um seinen Heimatort drehen.

Zweck der Vorbereitung war nicht nur die Gewöhnung an das Gewicht, sondern auch das Eingehen des neuen Schuhwerks. „Ich bin nicht in meinen Stiefeln von der Feuerwehr gegangen, sondern hatte mit Patrick Höflehner, der in Stein an der Enns ein Geschäft für Brandschutztechnik betreibt, einen Sponsor“, erklärt Schwab. Dafür sei er extrem dankbar, immerhin koste ein Paar dieser Spezialschuhe rund 350 Euro.

Für den guten Zweck

Der gute Zweck, für den Schwab blutige Füße in Kauf nahm: der Verein „Feuerball“, der brandverletzte Kinder und Jugendliche unterstützt. Mit der Aktion wollte er Aufmerksamkeit für den Verein generieren und Spenden sammeln. „Schon während des Marsches habe ich Leute angesprochen und ihnen erklärt, wieso ich unterwegs bin“, erzählt er. Im Zielbereich wartete dann ein besonderer Hingucker: ein zu einer Spendenbox umfunktionierter Feuerlöscher.

Eine „coole Sache“, befindet „Feuerball“-Obfrau Martina Loidl. Der österreichweit tätige ehrenamtliche Verein mit Sitz in der Oststeiermark wurde 1994 auf Initiative von Marija Trop gegründet – der Initiatorin der Brandverletzteneinheit an der Kinderklinik des LKH Graz. Neben dem Austausch zwischen Betroffenen steht die Präventionsarbeit im Fokus. Im Lauf der Jahre habe man zudem ein umfangreiches Netzwerk aus Ärzten und Therapeuten aufgebaut und biete auch finanzielle Unterstützung für Familien.