Dieser Kärntner Betrieb liefert bis nach Amerika
Vor 30 Jahren hat Peter Witasek die Witasek Pflanzenschutz GmbH in Feldkirchen gegründet. Heute liefert man in zahlreiche Länder auf der ganzen Welt.

„Vor 30 Jahren wurde zwar die GmbH gegründet, den Gedanken des Unternehmens gab es aber schon deutlich länger“, erzählt Peter Witasek. Der Gründer der Witasek Pflanzenschutz GmbH blickt in die 70er-Jahre zurück. „Ich war auf vielen Messen unterwegs, unter anderem in England. Dort habe ich einen Kollegen kennengelernt, mit dem ich die weltweit erste Baumschutzhülle entwickelt habe.“
Allerdings lief damals etwas bei der Patentanmeldung schief. „Ich habe dann gedacht, ich muss jetzt etwas machen und habe daraufhin 1996 die Witasek Pflanzenschutz GmbH gegründet.“ 30 Jahre später ist man ein international tätiger und erfolgreicher Betrieb.
100.000 Stück in drei Wochen
Aber zurück in die 90er-Jahre, denn einer der ersten Aufträge hatte es gleich in sich: „Ein Steirer war derart überzeugt von meinem Rebschutz, er wollte 100.000 Stück in 14 Tagen haben. Das ist sich zwar nicht ganz ausgegangen, aber in drei Wochen hat er sie bekommen“, erzählt der 80-Jährige mit einem Schmunzeln. Geschafft hat er das mithilfe seiner Frau, mit der er seit über 50 Jahren verheiratet ist. Zur Seite stand ihm auch eine italienische Produktionsfirma. Die Nachfrage sei enorm gewesen. „Wenn wir Paletten in die Steiermark geliefert haben, wurden Security-Mitarbeiter aufgestellt, weil man Angst hatte, sie könnten gestohlen werden“, meint er mit einem Lächeln. „Das ist das schönste Kompliment, das man als Unternehmer bekommen kann.“
Über die Jahre habe sich das Unternehmen dann stetig weiterentwickelt, auch die Zahl der Mitarbeitenden ging in die Höhe. „Heute haben wir 15 Leute“, sagt Witasek. Seit 2022 befindet man sich am heutigen Standort in der Witasek-Allee 2.

Die drei Säulen
Das Geschäftsfeld des Betriebes fußt auf drei Säulen. „Diese sind der Baum- und Rebschutz, Fallen und Pheromone gegen den Borkenkäfer und der chemische Pflanzenschutz.“ Dass der Einsatz von chemischen Mitteln in der Natur und den Wäldern vielerorts kritisch gesehen wird, stört den Unternehmer: „Wir Menschen greifen auch zu Hilfsmitteln, wenn es uns nicht gut geht. Warum ist es bei der Natur so verpönt? Das finde ich zumindest bedenklich.“ Schwierigkeiten mit irgendwelchen Umweltorganisationen habe es allerdings nie gegeben. „Wir halten uns ja an die Gesetze.“
Für die Anlockung von Borkenkäfern, Bockkäfern und invasiven Schädlingen wie dem Japankäfer habe man mittlerweile unzählige Pheromone, also Lockstoffe, entwickelt. „Diese kommen in eine Falle, um den Käfer anzulocken.“ Da ein weiblicher Borkenkäfer bis zum dritten Flug aber bereits etwa 16.000 Nachkommen produziert, sei der Kampf ein äußerst schwieriger und erfordere viel Disziplin.
Eine besondere Baumschutzhülle
Vor etwa vier Jahren hat man gemeinsam mit der Firma Fundermax in St. Veit außerdem eine Baumschutzhülle entwickelt, die zu 100 Prozent biobasiert und biologisch abbaubar ist. Sie besteht aus leimfreien Hartfaserplatten, die mit Baumwollbändern vernäht sind. „Es wurde auch ein gemeinsames Patent angemeldet“, erzählt Witasek. Auch arbeitet man an einer Borkenkäferzählmaschine, die sich gerade in der Feldtestphase befindet.
Heute beliefert das Unternehmen mit seinen Produkten im Grunde ganz Europa. „Es geht nach Georgien, Tschechien, in die Slowakei, nach Polen, in die Türkei, ins Baltikum, nach Nordfrankreich, Italien und ein bisschen nach Spanien. Auch in den USA und Israel haben wir Kunden.“ In Zukunft möchte man aber vor allem den spanischen Markt noch stärker forcieren.