Chaos nach Zugunfall auf Südstrecke: Wurden Vorgaben eingehalten?
Nachdem ein Zugunfall in Wiener Neustadt am Montag für Ausfälle und Verspätungen auf der Südstrecke gesorgt hatte, wird nun nach der Ursache gesucht.

Nach dem Zugunfall am Montag in Wiener Neustadt sind am Dienstag die Erhebungen zur Ursache weiter im Gange. 21 Güterwagen waren entrollt, zwei davon entgleisten. Dabei wurde die Oberleitung stark beschädigt, die Folge waren zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen (wir berichteten). Der Abschnitt zwischen Wiener Neustadt und Lanzenkirchen war am Dienstag weiterhin gesperrt, der Fernverkehr konnte am Montag ab dem späten Nachmittag wieder rollen.
Der Güterwagenverband sei laut APA gegen einen Prellbock gestoßen und habe in der Folge einen Oberleitungsmasten beschädigt, sagte ÖBB-Sprecher Christopher Seif auf Anfrage. Verletzt wurde bei dem Vorfall, der gegen 1 Uhr nachts geschah, niemand. Im Zuge der Erhebungen zur Ursache wird auch geprüft, ob alle Vorgaben eingehalten wurden.

Chaotische Verhältnisse in Mürzzuschlag
Aufgrund der beschädigten Oberleitung waren am Montag Zugfahrten in Wiener Neustadt – einer der größten Bahndrehscheiben Österreichs – nur sehr eingeschränkt möglich. Tausende Passagiere waren von Ausfällen und Verzögerungen betroffen, auch zahlreiche Steirerinnen und Steirer berichteten von chaotischen Verhältnissen am Bahnhof Mürzzuschlag. Der Ersatzverkehr kam nur schleppend in Gang, teils wurden beschädigte Busse eingesetzt, um gestrandete Passagiere an ihr Ziel zu bringen, wie der ehemalige Landtagsabgeordnete Alexander Pinter auf Facebook teilte.
Am späten Montagnachmittag wurde der Bahnverkehr wieder weitgehend aufgenommen. Die Sperre auf der Strecke der Aspangbahn zwischen Wiener Neustadt und Lanzenkirchen soll voraussichtlich noch den gesamten Dienstag andauern. Ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet.