Jauntaler Landwirtin schaukelt erfolgreich Hauptberuf und Betrieb
Am 15. Oktober ist Weltlandfrauentag. In den vergangenen Jahren hat sich die Rolle der Bäuerin stark gewandelt. Daniela Pečnik und ihr Mann betreiben den Naturhof Tomažej.

Der Internationale Tag der Frauen in ländlichen Gebieten, oft auch als Weltlandfrauentag bezeichnet, findet jedes Jahr am 15. Oktober statt. Zusätzlich wurde das Jahr 2026 von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Bäuerin ausgerufen. „Rund 18.300 land- und forstwirtschaftliche Betriebe gibt es in Kärnten. Auf einem Hof können mehrere Generationen von Frauen leben – von der Jungbäuerin bis hin zur noch aktiven Altbäuerin. Im Durchschnitt leben auf einem Kärntner Bauernhof fünf Personen“, sagt Friederike Parz, Referentin für Bildung, Beratung und Lebenswirtschaft in der Landwirtschaftskammer Kärnten.
Das Bildungsniveau der Bäuerin steigt kontinuierlich.
— Friederike Parz, Referentin Landwirtschaftskammer Kärnten
In den vergangenen Jahren hat sich die Rolle der Bäuerin stark gewandelt. „Ihr Bildungsniveau steigt kontinuierlich, insbesondere junge Frauen verfügen häufig über Matura, einen Universitäts- oder Fachhochschulabschluss. Dieses Wissen bringen sie auf vielfältige Weise in die Betriebe ein. Sie setzen innovative Ideen um, entwickeln die Direktvermarktung weiter oder schaffen Angebote im Bereich der bäuerlichen Vermietung. Gleichzeitig leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Versorgung der Familie und zur Organisation des Haushalts“, führt Parz aus.

Wie sehr man Hauptberuf und Nebenerwerb erfolgreich unter einen Hut bringen kann, beweist Daniela Pečnik, die mit ihrem Mann Marian Tomazej den „Naturhof Tomažej Saat & Tat“ als bio-zertifizierten Direktvermarkterbetrieb in Traundorf bei St. Michael ob Bleiburg/Šmihel nad Pliberkom führt. Pečnik ist Lehrerin an der Höheren Lehranstalt für wirtschaftliche Berufe in St. Jakob im Rosental, was alleine schon lange Fahrzeiten an den Schultagen mit sich bringt. Tomazčej arbeitet in der Forstinspektion der BH Völkermarkt. „Ich habe in Wien Slowenisch und Ernährungswissenschaft studiert, bin dann zurück nach Kärnten gekommen, habe zahlreiche Zusatzausbildungen absolviert und am Hof mehrere Standbeine aufgebaut“, sagt Pečnik.

Ohne perfekten Zusammenhalt des Paares, das auch vier Kinder hat, wäre das große Arbeitspensum allerdings nicht zu bewältigen. Konzentriert hat man sich unter anderem auf Getreide. Das Korn wird angebaut, geerntet, gemahlen und als Brot verkauft. Ein Nischenprodukt sind Linsen, die getrocknet angeboten werden. Und dann gibt es noch viel Gemüse – etwa Karotten in bunten Farben -, Wintersalate, Kräuter und Beerenobst, das zu Kräutersalzen, Marmeladen und Sirupen verarbeitet wird.
Aus Sonnenblumenkernen gewinnt man Öl. „Das Gemüse ist eine große Herausforderung, vor allem heuer mit dem trockenen Sommer. Da mussten wir punktuell bewässern. Außerdem ist Gemüseanbau nicht mechanisiert, sondern muss in zeitintensiver Arbeit händisch erledigt werden“, sagt Pečnik, die auch als Seminarbäuerin ihr Wissen weitergibt.
Mein Mann und ich ziehen an einem Strang.
— Daniela Pečnik, Landwirtin
Was zählt, ist ein guter Zusammenhalt in der Familie. „Wir haben schon Arbeitsteilung je nach Interessen und körperlichem Aufwand. Die groben Feldarbeiten mit dem Traktor erledigt mein Mann, wir säen, jäten und ernten gemeinsam. Ich kümmere mich viel um Verarbeitung, Marketing und Buchhaltung. Aber wir ziehen beide an einem Strang.“