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Weitere Airlines canceln Flüge nach Saudi-Arabien

Wegen der Angriffe der jemenitischen Houthi-Miliz auf Saudi-Arabien haben weitere Fluggesellschaften aus der Golf-Region ihre Verbindungen in das Land gestrichen. Qatar Airways setzte ihre Flüge von und nach Riad sowie Dammam vorübergehend aus. Das Unternehmen begründete den Schritt am Dienstag mit der aktuellen Lage. Auch Etihad Airways annullierte alle Verbindungen von Abu Dhabi nach Riad, Jeddah sowie Dammam wegen "regionaler Störungen". Die Angriffe gingen indes weiter.

Der Houthi-Fernsehsender Al-Masirah meldete am Dienstag mindestens drei saudische Luftangriffe in der Provinz Saada, die als Hochburg der Miliz gilt. Im Norden und Westen des Bürgerkriegslandes habe es in der Nacht ebenfalls Angriffe gegeben.

Die Miliz setzte ihre Angriffe auf das Königreich nach eigenen Angaben fort. Die Houthi hätten unter anderem den Flughafen King Khalid in der saudischen Hauptstadt Riad erneut mit einer Rakete angegriffen, teilte Houthi-Militärsprecher Yahya Saree mit. Reisende und Geschäftsleute wurden erneut aufgefordert, saudische Flughäfen zu meiden. Saudi-Arabien teilte mit, es seien Raketen der Miliz in Riad sowie in Khamis Mushait im Südwesten des Landes abgefangen worden.

Bei dem tödlichsten Angriff in Saudi-Arabien seit rund zehn Jahren waren am Samstag am Flughafen Riad mindestens 13 Menschen getötet und 300 weitere verletzt worden. Saudische Behörden hatten zunächst zwölf Tote bestätigt, die indische Botschaft in Riad meldete dann ein weiteres Todesopfer. Insgesamt wurden bei Angriffen an dem Flughafen im Laufe einer Woche 18 Menschen getötet. Der Flugverkehr soll dort erst in der Nacht zum Sonntag wieder anlaufen.

Saudi-Arabien hat US-Raketenabwehrsysteme im Milliardenwert gekauft. Die Houthi haben ihr Waffenarsenal mit iranischer Unterstützung jedoch immer weiter ausgebaut und verfügen heute über Drohnen, Raketen und Marschflugkörper, die teils auch solch moderne Abwehrsysteme überwinden können. Ein Grund ist auch schlicht die Größe des Königreichs, das etwa der sechsfachen Fläche Deutschlands entspricht. Selbst in deutlich kleineren Staaten wie Israel mit einer hoch entwickelten Raketenabwehr versagten Abwehrsysteme teilweise.

Die Angriffe haben Folgen im Arbeitsalltag und beim Geschäftsverkehr in Saudi-Arabien. Der Finanzdienst Bloomberg berichtete, dass Führungskräfte der Ölkonzerne Shell und BP ihre Teilnahme am WPC-Energiekongress absagten, der am Montag in Riad eröffnet wurde. Zudem bleiben Angestellte im zentralen Geschäftsbezirk KAFD, wo etwa der saudische Staatsfonds, die Börse und ausländische Unternehmen ihren Sitz haben, vorerst im Homeoffice.

Auch im Jemen gehen die Gefechte der Houthi mit der international anerkannten Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, weiter. Besonders umkämpft ist die wichtige Provinz Taiz. Seit einem raschen Vormarsch der Houthi Anfang September kommt es dort und in weiteren Landesteilen wieder zu schweren Kämpfen. Die Regierung hat jüngst eine Gegenoffensive begonnen, um die Gebiete zurückzuerobern.