In Feldkirchen schwangen zwei Amateure den Padel-Schläger
Vor wenigen Tagen wurde in Feldkirchen die erste Padeltennisanlage eröffnet. Nun wagten Fotograf Manfred Schusser und Redakteur Dorian Wiedergut den Selbstversuch.

Es ist ein kühler Herbstmorgen. Die Temperatur im Auto zeigt neun Grad an und Wolken verdecken die aufgehende Sonne. Vier Personen treffen sich bei der Feldkirchner Padeltennisanlage: Sven Rheina-Wolbeck und Robert Heiglauer – die Gesichter hinter der Feldkirchner Anlage. Dazu kommen Pressefotograf Manfred Schusser und Redakteur Dorian Wiedergut. Schon bald sollte den Protagonisten nicht mehr kalt sein, denn: Ein Padeltennis-Match steht bevor.

Weder Schusser noch Wiedergut trauten sich jemals zuvor an diese Sportart ran. „Ich habe mich vorher wohl etwas erkundigt und freue mich darauf, heute etwas Neues zu probieren“, verkündet Schusser, der sich sonst eher im Wasser sportlich betätigt. Wiedergut tritt ebenso als kompletter Anfänger in den Padel-Court. „Normalerweise hebe ich nur Gewichte. Heuer habe ich mir außerdem vorgenommen, laufen zu gehen. Viermal hab ich‘s gemacht“, lacht der 32-Jährige.

Nicht gerade die Elite, mit der Heiglauer und Rheina-Wolbeck spielen werden. Damit es ausgeglichen ist, spielt jeweils ein Profi mit einem Anfänger. Wiedergut und Rheina-Wolbeck gegen Schusser und Heiglauer. Ein feiner Taufilm liegt auf den Glasscheiben, als das Quartett die Anlage betritt. „Zu Beginn kommt es natürlich viel auf die Hand-Augen-Koordination an. Für Leute, die aus dem Tischtennis, Tennis oder Federball kommen, ist der Einstieg leichter“, beginnt Rheina-Wolbeck zu erklären. „Hauptsache, man spielt am Anfang. Das richtige Timing und der korrekte Stand kommen mit der Zeit“, ergänzt Heiglauer. „Du servierst“, kündigt Rheina-Wolbeck an. Und frei nach dem Motto „Hauptsache, man spielt“, wagt Wiedergut den ersten Aufschlag.

Er lässt den Ball auf den Boden fallen und schlägt ihn nach dem Aufspringen mit einer Schwungbewegung von unten über das Netz. Zu fest geschlagen: Der Ball landet im Out. „Das macht ja total Spaß“, frohlockt Wiedergut, obwohl der Schlag ungültig war. Nun wagt sich Schusser an den ersten Versuch. Die Begeisterung ist ihm ins Gesicht geschrieben. Er ist nicht mehr hier, um zu spielen, er ist hier, um zu gewinnen. „Jetzt schau genau hin“, provoziert er und schlägt den Ball ins gegnerische Feld. Er springt einmal auf, Wiedergut knallt ihn zurück und Schusser verfehlt den gelben Ball und dreht vor lauter Schwung eine Pirouette.

Mit jedem missglückten Schlag, jedem verhauten Service und jeder akrobatischen Bewegung ins Leere werden die beiden besser. Ergänzt mit der Expertise ihrer Mitspieler, entwickeln sie sich immer mehr von Anfängern zu Anfängern, die langsam wissen, was sie tun. Scheitern macht Spaß, wenn das Lachen nicht zu kurz kommt. Da es immer wieder vorkommt, wird mitgezählt, wer wie oft den Ball über den Court hinaus schleudert. Am Ende ging es 5:3 für Wiedergut aus. Und in den letzten Minuten des Match-Morgens entschließen sie sich, bis zu fünf Punkten zu spielen. Team Schusser gewinnt hier bravourös mit drei Punkten Vorsprung. „Das sind natürlich nicht die offiziellen Regeln“, stellen die beiden Padel-Profis klar. „Aber solange man Spaß hat und mit Freunden spielt, ist das auch nicht wichtig.“ Und für diejenigen, die es professionell lernen wollen, soll es im nächsten Jahr auch einen Trainer vor Ort geben.

Doch nun zum Resümee der vier Padler. „Man hat den Fortschritt gesehen. Es war ein lustiges Spiel“, sagen Rheina-Wolbeck und Heiglauer. Schusser ist bereits knapp davor, sich in der Padelunion einzuschreiben. „Es war grandios und hat mir super gefallen. Nur die Rückhand habe ich noch nicht so drauf. Aber schön, dass es sowas in Feldkirchen gibt“, sagt der Fotograf. „Selbst, wenn man keine Ahnung hat, was man eigentlich tut, kann ein lustiges Spiel zustandekommen. Ich finde den Sport sehr anfängerfreundlich“, ergänzt Wiedergut.

Die Padeltennis-Anlage in Feldkirchen hat das ganze Jahr über geöffnet. Buchen kann man online – die Preise variieren, je nach Jahreszeit, Tag und Uhrzeit, kosten aber maximal 32 Euro pro Stunde. Schläger können auch ausgeborgt werden.