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Musikverein Graz: Verve und Schönheit für Mozart

Eine Wucht: Adam Fischer und das Dänische Kammerorchester zeigen im Stefaniensaal hohe Interpretationskünste.

© MV
Meisterdirigent Adam Fischer
Martin Gasser
Ressortleitung Kultur und Medien

Sie beherrscht das Fagott nicht, sie gibt ihm sozusagen Flügel. Sogar ein Stück des Virtuosen Niccolò Paganini (eine Bearbeitung der 24. Caprice für Geige) geht sich bei Sophie Dervaux spielend aus. Die Fagottistin der Wiener Philharmoniker zeigte vor der virtuosen Zugabe ihre enormen Fähigkeiten im Mozart-Konzert KV 191. Die Darstellung hatte nicht nur Delikatesse und Klangschönheit, sondern lebte auch von dynamischer Feinarbeit.

Dirigent Adam Fischer und das Dänische Kammerorchester haben in vielen Haydn-Konzerten gezeigt, dass sie auf der wilderen Seite des Interpretations-Spektrum leben. Sogar im wundersamerweise heiter-melancholischen Finale des Fagottkonzerts finden sie eine Spur Drama an. Was aber nicht heißt, dass es der Begleitung an Differenzierungskraft fehlte.

Sanguiniker unterwegs

Die zeigte man bei allen Werken. Natürlich, der Gesamtklang ist eher scharf, und das meiste von sanguinischem Temperament des Meisterdirigenten getragen. Das Finale der „Jupiter“-Symphonie hat unglaublichen Punch, im Kopfsatz setzt Fischer Akzente, die das Rumoren verstärken: als würde man eine kleine Revolution anzetteln wollen. Die „Zauberflöten“-Ouvertüre ist ideal in Stringenz und Wucht. Aber Fischer und sein dänisches Orchester zeigen immer wieder auch faszinierende Detailarbeit und im langsamen Satz und im Trio gar einen Hang zu subtilen Klanggemälden.

So sehr Adam Fischer und das Dänische Kammerorchester für ihren Haydn gelobt werden, Mozart können sie also (noch) besser, facettenreicher. Beste Voraussetzung für 2027, denn nächstes Jahr gipfeln die jährlichen Gastspiele des Ensembles in einem Beethoven-Fest zum 200. Todestag des Komponisten: Von 11. bis 14. Oktober wird man die neun Symphonien chronologisch im Stefaniensaal aufführen, wobei bei der 9. Symphonie der Schoenberg Chor und die Solisten Louise Alder, Anja Mittermüller, Mauro Peter und Florian Boesch hinzukommen.