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Zerebralparese: Eines von 500 Kindern in Österreich ist betroffen

„Breaking Bad“-Schauspieler RJ Mitte ist im Alter von 34 Jahren gestorben, er lebte mit Zerebralparese: Was hinter diesem Krankheitsbild steckt, wie betroffene Kinder behandelt werden.

© AP/Taylor Jewell
„Breaking Bad“-Schauspieler RJ Mitte ist im Alter von 34 Jahren gestorben, er lebte mit Zerebralparese: Was hinter diesem Krankheitsbild steckt, wie betroffene Kinder behandelt werden. 

Warum ist die Zerebralparese jetzt in den Schlagzeilen?

Am Montag wurde bekannt, dass „Breaking Bad“-Schauspieler RJ Mitte im Alter von 34 Jahren gestorben ist: Der Schauspieler hatte als Jugendlicher Mitte 2008 seinen ersten Auftritt als Walter White Jr. in „Breaking Bad“ – als Sohn des Chemielehrers und späteren Drogenbosses Walter White. Ausgehend von seinen eigenen Erfahrungen mit Zerebralparese „verlieh Mitte der Rolle Authentizität und schuf eine Plattform für das Bewusstsein für Behinderung und Inklusion“, hieß es in einer Erklärung zu seiner Todesnachricht. Der Schauspieler nutzte seine Karriere in Hollywood, um sich für Menschen mit Behinderung einzusetzen. 

Was ist Zerebralparese?

Die infantile Zerebralparese ist eine dauerhafte Bewegungs- und Haltungsstörung: Sie entsteht durch eine Schädigung oder Fehlentwicklung des Gehirns vor, während oder kurz nach der Geburt. In der Schwangerschaft, bei oder nach der Geburt kann durch genetische Defekte oder Verletzungen eine Schädigung des sich entwickelnden zentralen Nervensystems verursacht werden, die schließlich zur sogenannten zerebralen Kinderlähmung (Zerebralparese) führen. Entdeckt wird diese Art der motorischen Störung meist, wenn die Kinder Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Gehen haben. Wenn jener Teil des Gehirns geschädigt ist, der Bewegung und Muskeltonus steuert, wird die Bewegung der Kinder meist durch die Spastik – die erhöhte Eigenspannung der Muskulatur – sowie Veränderungen des Muskel-Skelettsystems beeinträchtigt.

Wie häufig ist die Zerebralparese?

Rund eines von 500 Kindern in Österreich lebt mit einer Zerebralparese.

Was sind die Ursachen für eine Zerebralparese?

Wie die Bewegungsstörung entsteht, kann unterschiedliche Gründe haben. Frühgeburten sind besonders anfällig für diese Störung, vielleicht zum Teil deswegen, weil in einem bestimmten Bereich des Gehirns einige Blutgefäße dünn sind und leicht bluten. Auch ein Sauerstoffmangel während der Entbindung, Infektionen und Hirnschädigungen können zur Zerebralparese führen. Während der Schwangerschaft führen Infektionen wie Röteln, Toxoplasmose, Zika-Virusinfektion oder Zytomegalievirus manchmal zu einer Zerebralparese. Manchmal sind auch Genanomalien die Ursache der Fehlbildungen des Gehirns, die zur Zerebralparese führen. Auch noch während der ersten zwei Lebensjahre können schwere Erkrankungen wie Meningitis (Hirnhautentzündung), eine schwere Blutvergiftung (Sepsis), Verletzungen und schwere Dehydratation (starker Flüssigkeitsmangel) das Gehirn schädigen und in der Folge eine Zerebralparese verursachen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Zerebralparese kann zwar nicht geheilt werden, und die Symptome bleiben ein Leben lang erhalten. Allerdings sind die Symptome behandelbar, und mit einer Reihe von Maßnahmen können Beweglichkeit und Unabhängigkeit des Kindes gefördert werden. Ziel ist, dass die Kinder so unabhängig wie möglich werden. Physiotherapie und Ergotherapie sowie eine Behandlung mit Stützhilfen verbessern die Muskelkontrolle und den Gang. Mit einer Sprachtherapie kann die Sprache deutlicher werden und die Schluckbeschwerden können sich bessern. Auch Medikamente können zum Einsatz kommen, zum Beispiel kann die Injektion von Botox in die Muskeln verhindern, dass diese ungleichmäßig an Gelenken ziehen und dauerhaft verkürzt werden. Auch andere Medikamente, die den Spasmus abschwächen, können zum Einsatz kommen, ebenso können operative Eingriffe die Symptome verbessern.