Suche
Kleine Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen.

Prämierter steirischer Whiskeyhersteller meldet Insolvenz an

Die Distillery Krauss gilt als weststeirischer Vorzeigebetrieb. Jetzt sorgt ein Mixtum aus Faktoren für die Pleite. Eine Fortführung des mehrfach ausgezeichneten Betriebs ist geplant.

© KLZ / Johanna Messner
Die Distillery Krauss bietet ein großes Getränke-Portfolio an

Fährt man durch St. Martin im Sulmtal, kann man das große schwarz-goldene Gebäude kaum übersehen. Seit 2018 verkauft und produziert dort die „Distillery Krauss“ auf 1400 Quadratmetern Whiskey, Rum, Gin, Edelbrände sowie Wermut. Gegründet wurde das Unternehmen 2006 vom Chemiker-Ehepaar Carmen und Werner Krauss – damals jedoch in einer Garage. Bis heute sammelte die Brennerei zahlreiche Preise für ihre Produkte ein. Zu den bekanntesten Eigenmarken zählen: Sulm Valley Whiskey, Ginerol, Barrel Aged Dry Gin und Organic Liqueur Orange.

Jetzt aber kurvt der Betrieb erst einmal durch finanziell herausfordernde Zeiten. Wie die Kreditschützer von AKV, Creditreform und KSV1870 am Montag melden, hat die Muttergesellschaft der Distillery Krauss, die DK Manufacturing GmbH, Insolvenz angemeldet. Angestrebt wird ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung.

© KLZ / Johanna Messner
Carmen und Werner Krauss, „Distillery Krauss“

Die Gründe für das Abgleiten in die Insolvenz führt die Antragstellerin laut AKV auf die „seit geraumer Zeit angespannte Marktlage mit rückläufigen Aufträgen, geändertem Konsumverhalten und deutlich schwächeren Exportabsätzen“ zurück. Die in den vergangenen Jahren getätigten Investitionen sowie die damit verbundenen Finanzierungskosten konnten dadurch „nicht mehr aus den laufenden Erträgen bedient werden“.

Belastend wirkten auch die Fälligstellung bestehender Finanzierungen, die eingeschränkte Verwertbarkeit der lagernden Produkte sowie gescheiterte Investorenverhandlungen. Auch die besondere alkoholsteuerrechtliche Situation wird als wesentlicher Faktor angeführt.

Fortführung angestrebt, 30 Prozent Quote

Der AKV spricht von 17 betroffenen Gläubigern mit Gesamtforderungen von rund 7,015 Millionen Euro, davon entfallen 3,7 Millionen Euro laut Creditreform auf Bankverbindlichkeiten. Enthalten ist in den Passiva auch eine drohende Alkoholsteuerforderung im Falle der Stilllegung des Betriebes. Die Aktiva werden mit 2,556 Millionen Euro bewertet, wovon allerdings „2,259 Millionen Euro“ laut AKV „durch Aus- bzw. Absonderungsrechte belastet sind“. Daraus ergebe sich ein freies Aktivvermögen von rund 297.000 Euro.

Eine Unternehmensfortführung wird angestrebt. Beabsichtigt ist eine Sanierung, den Gläubigern soll ein Sanierungsplan angeboten werden. Vorgesehen ist eine Quote von 30 Prozent. Die Finanzierung soll durch die laufende Geschäftstätigkeit, Forderungsinkasso, Vermögensverwertungen sowie den angestrebten Einstieg eines Investors erfolgen.