900.000 Einzelteile geliefert: Montage in Donawitz abgeschlossen
Die Montage des neuen Elektrolichtbogenofens am Voestalpine-Standort in Donawitz wurde abgeschlossen. Im 1. Halbjahr 2027 wird die Produktion teilweise auf eine elektrifizierte Stahlerzeugung umgestellt.

Es war und ist auch ein logistischer Kraftakt: Knapp 900.000 Einzelbauteile mit einem Gesamtgewicht von rund 8500 Tonnen wurden zum Standort Donawitz transportiert. Jedes Bauteil müsse zur richtigen Zeit an seinem Platz sein, heißt es seitens der Voestalpine zur Kleinen Zeitung. Nun teilt der Technologie- und Stahlkonzern mit, dass die Montage der neuen Elektrolichtbogenofenanlage (EAF) „plangemäß größtenteils abgeschlossen“ werden konnte. Jetzt startet die Phase der sogenannten „Kalt-Inbetriebnahme“, die in Teilbereichen beginnt. „Dabei werden etwa Förderanlagen, Hydrauliksysteme, Elektroinstallationen, Kühlkreisläufe sowie die Automatisierung getestet“, wird seitens des Unternehmens betont. Im Zuge ihres „greentec steel“-Programms stellt die Voestalpine ihre Hochöfen in Linz und Donawitz sukzessive auf Elektrolichtbogenöfen um. Man liege an beiden Standorten budgetär und zeitlich im Plan, betont Herbert Eibensteiner, Vorstandschef der Voestalpine. „2026 werden die wesentlichen Bau- und Montagearbeiten abgeschlossen, bevor im 1. Halbjahr 2027 die ersten Schmelzen in den neuen Elektrolichtbogenöfen in Donawitz und in Linz erfolgen werden.“
Die Montage und Inbetriebnahme des neuen Elektrolichtbogenofens sei „technisch äußerst anspruchsvoll und erfordert die enge Zusammenarbeit unserer Fachkräfte mit unseren Partnerunternehmen“, unterstreicht Franz Kainersdorfer, Mitglied des Vorstandes der Voestalpine AG und Leiter der Metal Engineering Division. Konkret arbeite die Voestalpine in Donawitz mit mehr als 70 Unternehmen zusammen, rund 90 Prozent davon seien aus Österreich. Gut 500 Fachkräfte seien aktuell auf der Baustelle tätig.

Die Montage des EAF erfolge dabei in mehreren Schritten: „Nach der Vormontage, Vermessung und Prüfung wurden die Anlagenteile mithilfe von Schwertransporten und Großkränen an ihre endgültige Position gehoben“, erklärt man seitens der Voestalpine. Dabei seien einzelne Bauteile mit einem Gewicht von bis zu 94 Tonnen bewegt worden. Für besonders anspruchsvolle Hebevorgänge kamen Kräne mit Tragfähigkeiten von bis zu 650 Tonnen zum Einsatz.

Weitere Investition in Donawitz geplant
Wie geht’s weiter? Voraussetzung sei nun die Inbetriebnahme zentraler Infrastruktursysteme wie die elektrische Energieversorgung und die Medienversorgung. „Während der Kalt-Inbetriebnahme werden erstmals alle Anlagenkomponenten als Gesamtsystem getestet. Dabei werden mechanische Funktionen, Medien- und Rohrleitungssysteme sowie Sensoren, Antriebe und Steuerungen geprüft“. Zudem erfolgen „umfangreiche Tests der Automatisierungs- und Sicherheitssysteme, um die Anlage optimal auf die spätere Produktionsaufnahme vorzubereiten“. Erst wenn alle Systeme fehlerfrei zusammenspielen, erfolge der nächste Schritt in Richtung Produktionsstart.
In Donawitz soll dann noch weiter investiert werden, „vorbehaltlich offener Förderfragen“, wie betont wird. Bis 2030 sollen zusätzliche Erweiterungsinvestitionen mit einem Volumen von rund 100 Millionen Euro erfolgen, dabei geht es u. a. um einen weiteren Ausbau der Stromversorgung, die Errichtung einer dritten Sekundärmetallurgie-Linie und die Erweiterung der Schrottlogistik. „Mit diesem Schritt könnte der Standort Donawitz ab 2030 vollständig auf eine elektrifizierte Stahlproduktion umstellen“, so die Voestalpine.